Wechselwilliger Torjäger

Pizarro will Werder schon im Winter verlassen

Inter will Bremens Torjäger Pizarro in der Winterpause verpflichten. Der Peruaner zeigt sich interessiert, aber Sportdirektor Allofs spricht ein Machtwort.

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Von wegen beschauliche Vorweihnachtszeit, bei Werder Bremen dürfen sie sich auf recht turbulente Wochen einstellen. Da ist zum einen die Personalie Klaus Allofs. Noch immer ist offen, ob der Geschäftsführer seinen im kommenden Sommer auslaufenden Kontrakt verlängern wird . Weit brisanter aber ist der Fall Claudio Pizarro (33). Der peruanische Nationalstürmer ist offen für einen Wechsel – sogar schon in der Winterpause.

Am Dienstag hatte die italienische Sporttageszeitung „Corriere dello Sport“ berichtet, Pizarros Name stehe bei Inter Mailand für die Nachfolge des von Paris Saint Germain umworbenen Angreifers Diego Milito auf dem Wunschzettel. Nun mag das eine der möglichen Branchenspekulationen mit geringem Wahrheitspotenzial sein; Pizarro behauptete, er wisse nichts von einer derartigen Offerte. Doch er gab zu, dass er für einen Wechsel sehr wohl offen sei. „Ja, ich habe Interesse daran, Werder zu verlassen“, sagte er „Morgenpost Online“. „Ich habe immer gesagt, dass ich nachdenke und meine Situation hier genau analysiere.“

Der Vertrag des Peruaners läuft im nächsten Juni aus, beinhaltet aber auch eine Option für ein weiteres Jahr. Diese muss von Pizarro bis April gezogen werden, wenn er denn bleiben will. Das jedoch scheint fraglich, denn er schließt gar einen Transfer in der Winterpause nicht aus: „Auch das kann sein. Ich bin für alles offen.“

Sportdirektor Klaus Allofs reagierte mit einem Machtwort auf die Wechselabsichten des Stürmers. „Ich kann ausschließen, dass Claudio in der Winterpause wechseln wird“, sagt Allofs.

Schon vor dieser Saison hatte Pizarro erklärt, dass er sich vorstellen könne, Werder am Ende der Spielzeit zu verlassen, sollten sich die Hanseaten wieder nicht für einen internationalen Wettbewerb qualifizieren. Zwar sind die Bremer derzeit auf dem fünften Tabellenplatz notiert, der für europäische Weihen genügen würde, nachdem aber Werder bislang gegen alle Topmannschaften der Liga verloren hat, scheint fraglich, ob die Substanz ausreicht, in der neuen Saison wieder international mitzumischen.

Der Klub indes würde Pizarro gern halten und lieber heute als morgen mit ihm verlängern, ist der Angreifer doch einer der wenigen Akteure von internationalem Format. Pizarro, der mit einem Jahresgehalt von rund vier Millionen Euro Werders Spitzenverdiener ist, erzielte bisher elf Ligatreffer und lieferte zusätzlich vier Torvorlagen. „Worte können nicht beschreiben, wie wertvoll er für uns ist“, hatte Kapitän Clemens Fritz unlängst erklärt.

Auch mit Trainer Thomas Schaaf verband Pizarro stets ein harmonisches Verhältnis, immerhin hatte ihm Schaaf einst zum großen Durchbruch verholfen. Vor zwei Wochen allerdings widersprachen sich beide in ungewohnter Deutlichkeit. Es ging um eine vordergründig banale Angelegenheit, die dennoch für reichlich Verwirrung sorgte. Der Stürmer hatte erklärte, dass er an einem Innenbandanriss im rechten Knie laboriert und im Spiel gegen Stuttgart nicht auflaufen könne; Schaaf hingegen sprach dagegen lediglich von einer Bänderdehnung und stellte einen Einsatz des Peruaners in Aussicht. Die Blessur war offensichtlich eine Dehnung, aber bei Bremens 2:0 über den VfB fehlte Pizarro dennoch. Bereits damals hieß es, er bereite seinen Abgang vor.

Beim 1:4 am vergangenen Wochenende in München blieb der Angreifer dann erschreckend blass und sorgte nur in einer Aktion für Aufregung, als er Bayern-Verteidiger Holger Badstuber mit einem Ellenbogenschlag niederstreckte. Schiedsrichter Florian Meyer ahndete die Aktion indes nicht als Tätlichkeit – so wurde Pizarro weder vom Platz gestellt noch nachträglich gesperrt. Dennoch gab er sich nach der Partie wortkarg und verweigerte jede Erklärung.

In Bezug auf einen möglichen Wechsel hat er seine Kommunikationsstrategie nun allerdings geändert.