Tennis

Rafael Nadal führt Spanien zum Davis-Cup-Erfolg

Spanien ist im Tennis zurück auf dem Mannschaftsthron: Dank Rafael Nadal gelang den Iberern im Finale gegen Argentinien der fünfte Davis-Cup-Sieg.

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Rafael Nadal hat Spanien den Davis Cup zurückgebracht und wieder zur besten Tennis-Mannschaft der Welt gemacht.

Im Finale gegen Argentinien holte der Weltranglisten-Zweite am Sonntag in Sevilla gegen Juan Martin del Potro den entscheidenden Punkt zum uneinholbaren 3:1-Vorsprung. Nadal bezwang den ehemaligen US-Open-Sieger 1:6, 6:4, 6:1, 7:6 (7:0) und machte nach dem frühzeitigen Vorjahres-Aus den fünften Cup-Triumph perfekt.

Trauriger Rekord

Es war der zweite Sieg von Nadal an diesem Wochenende nach dem klaren Auftrakterfolg über seinen Freund Juan Mónaco. Während Spanien die Mannschaftstrophäe bereits 2000, 2004, 2008 und 2009 gewinnen konnte, ging Argentinien auch im vierten Anlauf leer aus – ein trauriger Rekord.

Die Südamerikaner verloren bereits 1981, 2006 und 2008 das Finale, vor drei Jahren hatte es daheim eine 1:3-Niederlage gegen die Spanier gegeben, die damals auf Nadal verzichten mussten. Bei der einzigen spanischen Pleite der vergangenen vier Jahre, dem 0:5 im Viertelfinale 2010 in Frankreich, war die einstige Nummer eins nicht dabei.

Vor der Tennis-Rekordkulisse von 27 500 Fans zeigte sich Nadal nach seinem Vorrunden-Aus bei der inoffiziellen WM in der Vorwoche wiedererstarkt. Der 25-Jährige blieb auch gegen del Potro auf Sand im Davis Cup ungeschlagen und beendete eine für seine Verhältnisse mäßige Saison mit dem zweiten großen Titel nach dem sechsten Erfolg bei den French Open.

Zunächst sah es jedoch gegen del Potro nicht danach aus. Nadal gab den ersten Satz klar mit 1:6 ab, obwohl der Durchgang phasenweise umkämpft war und eine Stunde dauerte. Der Linkshänder verlor danach gleich wieder seinen Aufschlag, schaffte aber sofort das Rebreak und brachte dann erstmals sein Service durch.

Tragischer Held del Potro

Bis zum 2:0 im vierten Satz ließ sich der Mallorquiner nicht mehr bremsen. Dann kämpfte sich del Potro noch einmal zurück ins Match, verspielte aber einen 5:3-Vorsprung. Nadal schlug mit einem 6:5 im Rücken auf, patzte dann, machte im Tiebreak jedoch alles klar.

Tragischer Held in Sevilla war damit del Potro. Die Nummer elf der Welt hatte am Freitagabend nach fast fünf Stunden den 1:1-Ausgleich gegen David Ferrer in einem fast fünfstündigen Fünf-Satz-Marathon auf dem Sandplatz im Olympiastadion verpasst. Das Match begeisterte auch Spaniens König Juan Carlos.

David Nalbandian und Eduardo Schwank brachten die Gäste am Samstag im Doppel zwar auf 1:2 heran. Der 6:4, 6:2, 6:3-Erfolg über Feliciano Lopez und Fernando Verdasco war am Ende aber zu wenig für die Argentinier, die vom 10. bis 12. Februar im Erstrundenduell des kommenden Wettbewerbes in Bamberg auf die deutsche Auswahl treffen. Teamchef Patrik Kühnen war deswegen extra zum Finale gereist.