"Auszeit"

Ein Lothar Matthäus lässt sich nicht einsperren

Der Rekordnationalspieler lebt mit seiner Angst vor engen Räumen ziemlich ungefährlich. Aber ein Rennfahrer wird er in diesem Leben wohl nicht mehr.

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Mit Angstzuständen ist nicht zu spaßen, sagen Psychologen. Und was gibt es nicht alles für verrückte Ängste. Arachibutyrophobie etwa, die Angst davor, dass Erdnussbutter am Mundwinkel hängen bleibt. Obwohl noch nicht abschließend geklärt ist, ob es das tatsächlich gibt oder alles nur Humbug ist.

Die Didaskaleinophobie allerdings ist schon häufig diagnostiziert worden, die Angst davor, in die Schule zu gehen. Manchmal gar verbunden mit der Hippopotomonstrosesquippedaliophobie, was ab einer gewissen Klassenstufe zu allerlei Problemen führen könnte. Hippopotomonstrosesquippedaliophobie ist die Angst vor langen Wörtern.

Insofern hat Lothar Matthäus ein überschaubares Problem. Ein Lothar Matthäus hat ja vor gar nichts Angst, hat er mal gesagt. Nur enge Räume sind nicht so seins. Warum er sich dann allerdings auf solch ein Wagnis wie am Wochenende einließ? Nehmen wir an, aus Unwissenheit.

Das Anschnallen verweigert

Mit den Fernsehmoderatoren Oliver Pocher und Joko Winterscheidt bildete er beim VIP-Rennen des Race of Champions in Düsseldorf ein Team. Die Kameraden hatten ordentlich vorgelegt, waren wie die Verrückten durch den Parcours gesaust.

Sein Team also lag vorn, bis Matthäus an der Reihe war und merkte, wie sehr er die Enge im Rennauto unterschätzt hatte. Matthäus verweigerte jedenfalls das Anschnallen und tuckerte lieber gemächlich um die Kurven. Aus verkehrstechnischer Sicht äußerst vorbildlich, rein sportlich allerdings nur suboptimal.

Die gute Nachricht für Deutschlands Fußball-Rekordnationalspieler: Alles lässt sich beheben, es sei denn, der Patient leidet unter Iatrophobie, der Angst vor Ärzten. Aber davon ist bei Matthäus noch nichts bekannt.