Bob

Florschütz strahlt, Weltmeister Machata schimpft

Durchwachsener Start für die erfolgsverwöhnten deutschen Piloten in die Weltcup-Saison: Nur Florschütz konnte seine Frühform bestätigen.

Der angefressene Weltmeister Manuel Machata verließ die Bahn in Windeseile, Thomas Florschütz plauderte in aller Ruhe über seine zwei Podestplätze: Mit Platz zwei im kleinen Schlitten und Platz drei im Vierer hat der Vizeweltmeister die Bilanz der deutschen Bob-Piloten beim Weltcup-Auftakt in Igls entscheidend aufpoliert. „Wir können aber zufrieden sein, weil wir nicht weit weg sind. Jetzt heißt es angreifen“, sagte Florschütz und gab trotz seiner erfolgreichen Fahrten zu, noch „Luft nach oben“ zu haben.

Bundestrainer Christoph Langen war mit dem Sachsen aus Riesa zufrieden, blickte nach dem Wochenende mit Siegen des Schweizers Beat Hefti (Zweier) und des Russen Alexander Subkow (Vierer) aber mit Sorge auf seine anderen Piloten. „Der Auftakt war nicht unbedingt überragend. Wir müssen an den Startzeiten arbeiten. Von der Spitze sind wir einfach zu weit weg“, kritisierte der 49-Jährige vor allem mit Blick auf Machata.

Der Gesamtweltcup-Sieger der Vorsaison hatte bereits im Zweier am Start erhebliche Defizite aufgezeigt und kam auch am Sonntag nicht richtig in Schwung. Platz acht und sechs bleiben dem „Gejagten“ der Saison von „diesem Scheiß-Wochenende“, wie er selbst sagte: „Mit solchen Starts kann man nicht gewinnen. Ein beschissener Auftakt.“

Langen prognostizierte seinem angeschlagenen Sorgenkind bereits jetzt „einen schweren Winter. Das zweite Jahr ist immer nicht einfach“, sagte er. Machata hingegen nahm sich schon für den kommenden Weltcup in La Plagne vor, „schneller zu starten, besser zu fahren und Spaß zu haben.“ Gleiches gilt auch für Junioren-Weltmeister Maximilian Arndt (Oberhof), der mit zwei siebten Rängen ebenso weit unter seinen Erwartungen blieb.

Langen richtete den Blick bereits auf die WM im Februar in Lake Placid: „Wir haben Reserven, das stimmt uns optimistisch“. Auch Florschütz sieht trotz des starken Auftakts noch „Luft nach oben. Wir können aber zufrieden sein, weil wir nicht weit weg sind. Jetzt heißt es angreifen“, sagte er.

Deutlich besser in die Spur fanden die deutschen Pilotinnen. Anja Schneiderheinze (Winterberg) fuhr mit 18 Hundertstelsekunden Vorsprung vor Gesamtweltcup-Seriensiegerin Sandra Kiriasis (Winterberg) zu ihrem ersten Weltcup-Sieg. Weltmeisterin Cathleen Martini (Oberbärenburg) musste sich nach einem schwachen zweiten Lauf mit Platz fünf zufrieden geben. Auch im Teamwettbewerb landeten die deutschen Mannschaften einen Doppelsieg.

Luft nach oben gibt es unterdessen noch bei den Skeletonis, die in beiden Konkurrenzen einen Podestplatz verpassten. Der WM-Dritte Frank Rommel (Zella-Mehlis) und Gesamtweltcup-Siegerin Anja Huber (Berchtesgaden) mussten sich jeweils mit Platz vier begnügen. Die Siege sicherten sich der Lette Martins Dukurs und die Russin Olga Potylizina.