Nordische Kombination

Weltmeister Frenzel gewinnt erstes Penalty-Race

Deutschlands Kombinierer trumpften bei der Premiere des Penalty Race mit Rang eins und drei groß auf. Gesamtspitzenreiter bleibt Tino Edelmann.

Schon weit vor der Ziellinie bejubelte Weltmeister Eric Frenzel nach einer mannschaftlichen Gala-Vorstellung bei der Weltpremiere des Penalty Race den dritten Weltcupsieg seiner Karriere. Der souveräne Erfolg des Oberwiesenthalers krönte am Sonntag in Lillehammer den bärenstarken Auftritt der deutschen Nordischen Kombinierer. Mit zwei dritten Plätzen für Björn Kircheisen und Weltcup-Spitzenreiter Tino Edelmann zementierte das DSV-Team seine derzeitige Vormachtstellung.

„Ich bin begeistert und rundum zufrieden. Das war eine beeindruckende Teamleistung. Wir haben gezeigt, dass wir in der Weltspitze breit aufgestellt sind. Das hat mir natürlich sehr gefallen“, lobte Bundestrainer Hermann Weinbuch.

Nach einem Sprung auf 137,5 Meter ging Frenzel gemeinsam mit dem Österreicher Christoph Bieler zehn Sekunden vor dem großen Pulk, in dem alle Athleten aufgrund des Rückstandes im Springen Strafrunden absolvieren mussten, in die Loipe. Im Ziel lag er 17,4 Sekunden vor Olympiasieger Jason Lamy Chappuis aus Frankreich. Kircheisen stürmte als Dritter noch auf das Podest.

„Ich bin sehr glücklich. Nach dem zähen Saisonauftakt läuft es immer besser. Ich hoffe, dass die Form hält“, sagte Frenzel. Auch dem neuen Wettkampfformat konnte er Positives abgewinnen: „Ich finde es nicht schlecht, weil es Abwechslung bringt. Ich halte es für möglich, dass es sich durchsetzt.“

Schon am Vortag hatten Frenzel und Kircheisen mit den Plätzen sechs und sieben im Gundersen-Wettkampf angedeutet, dass mit ihnen in diesem Winter zu rechnen ist. „Ich bin in einer sehr guten Laufform und natürlich zufrieden“, meinte Kircheisen.

Noch besser steht derzeit Edelmann da, der das Gelbe Trikot des Gesamtführenden mit 240 Punkten verteidigte. Trotz des dritten Platzes am Samstag hinter dem Norweger Haarvard Klemetsen und Alessandro Pittin aus Italien konnte sich der 26-Jährige aber nicht so recht freuen. „Ich ärgere mich schon ein bisschen. Der Klemetsen läuft mir zehn Kilometer hinten auf den Skiern rum, ohne einmal zu helfen. Ich habe jeden einzelnen Meter von der Spitze weg alleine gekämpft. Am Ende bin ich auf der letzten Rille gegangen und konnte den Zielsprint nicht mehr mitmachen“, schimpfte Edelmann.

Weinbuch konnte Edelmanns Frust gut nachvollziehen: „Wenn man so nah dran ist am Sieg, will man das Rennen natürlich nach Hause bringen.“ Am Ende überwog aber auch bei ihm die Freude. „Ich bin natürlich sehr zufrieden. Vor allem auch darüber, dass von hinten junge Leute nachdrängen“, sagte Weinbuch.

Vor allem Fabian Rießle lieferte am Wochenende sein Glanzstück ab. Mit den Plätzen acht und sechs schaffte der 20-Jährige aus Breitnau seine besten Ergebnisse im Weltcup. „Er ist ja noch ein sehr junger Bursche. Den haben wir schön nach vorne gebracht“, meinte Weinbuch.