EM 2012

Van Basten lost DFB-Elf in die Hammergruppe B

Die Nationalelf ist vom Losglück verlassen und trifft bei der Europameisterschaft 2012 in der Vorrunde auf die Niederlande, Portugal und Dänemark.

Nervös kaute Bundestrainer Joachim Löw auf seinem orangefarbenen Kugelschreiber herum, als Marco van Basten zur Kugel griff. Sekunden später ging ein Raunen durch den Kunstpalast von Kiew. Der niederländische Altinternationale hatte für die Deutschen, aber auch für seine Landsleute eine wirkliche Hammergruppe zusammen gezogen.

Die DFB-Auswahl trifft bei der EM im kommenden Sommer (8. Juni bis 1. Juli) auf drei große Gegner: die Niederlande , Dänemark und Portugal , das auch der erste Gegner der Deutschen sein wird. Es ist die mit Abstand schwierigste Gruppe des Turniers. Zudem muss die Mannschaft alle drei Vorrundenspiele in der Ukraine bestreiten, wohnen wird sie jedoch im polnischen Danzig.

Es sei ihm egal, wer da als Gegner auf seine Mannschaft zukäme, hatte Löw vor der Auslosung noch selbstbewusst gesagt. Schließlich ist seine Mannschaft diejenige, vor der es zu zittern gilt. Vielleicht hatte der Bundestrainer in seiner Aussage ja das schon sprichwörtliche Losglück der Deutschen einberechnet.

In der Vergangenheit hatten es die Deutschen schließlich meist mit leichteren Gegnern zu tun. Nun treffen sie mit den Niederlanden auf den Zweiten der vergangenen WM und aktuellen Weltranglistenzweiten. Auf Portugal mit seinem Weltstar Cristiano Ronaldo und auf Dänemark, das neben Frankreich aus dem vierten Lostopf sicherlich der unangenehmste Gegner ist.

Löw blieb dennoch angenehm gelassen. „Ich glaube, dass es die stärkste und interessantestes Gruppe ist“, sagte der Bundestrainer. „Holland und Portugal sind Nationen mit Weltklassespielern. Wir können uns auf interessante Duelle freuen.“

Bierhoff zufrieden

Aber auch die Dänen, dritter Gegner in der Vorrunde, dürften nicht außer Acht gelassen werden: „Die haben eine unangenehme Mannschaft und keine Angst vor großen Nationen.“ Generell gebe es keine Wunsch- und auch keine Angstgegner: „.Wir nehmen wie es kommt, ich habe keine Angst.“

Dafür aber eine berechtigte Chance auf den EM-Titel. Teammanager Oliver Bierhoff sagte: „Es ist ganz gut, dass die Euphorie jetzt ein bisschen gedrückt wird. Jetzt weiß jeder, dass es sehr ernst wird. Wir müssen diese Gruppe dennoch als Favorit angehen und meistern.“

Gedrückter war da die Stimmung jedenfalls bei den deutschen Gegnern nach den zuletzt so starken Auftritt der DFB-Auswahl. Bert van Marwijk, Trainer der Niederlande, sagte: „Ich habe alle Trainer unserer Gruppe gesehen: Keiner sah fröhlich aus. Alle sind sich einig, dass das die schwerste Gruppe ist.

"Dieses Spiel war kein Maßstab“

Aber das ist auch ein Vorteil: Meine Spieler und ich sind jetzt schon heiß auf das erste Spiel.“ Deutschland hatte gegen die Niederlande erst vor wenigen Wochen sehr überzeugend mit 3:0 gewonnen . Da den Gästen aber wichtige Spieler fehlten, warnte Löw am Freitag: „Dieses Spiel war kein Maßstab.“ Und Portugals Nationaltorwart Rui Patricio sagte: „Das ist eine sehr komplizierte Gruppe. Alle Teams sind sehr stark.“

Sehr viel besser erwischte es einer der beiden Gastgeber. Polen bestreitet das Eröffnungsspiel gegen Griechenland und trifft außerdem auf Tschechien und Russland. Dagegen bekommt es die Ukraine mit Schweden, Frankreich und England zu tun. Titelverteidiger Spanien trifft auf Italien, Irland und Kroatien.

Tango 12

Während der einstündigen Zeremonie in der ukrainischen Hautstadt wurde zudem der neue EM-Ball Tango 12 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt. Bei der Auslosung präsentierte die ukrainische Stabhochspringer-Legende Sergej Bubka das neue Spielgerät.

Die Grundfarbe des Balles ist klassisch weiß. Zudem wurden die Landesfarben der Gastgeberländer Polen (rot-weiß) und Ukraine (gelb-blau) eingearbeitet. Das Zentrum bildet das Symbol der Europameisterschaft 2012 mit einer Blume.