"Auszeit"

Diven und High Heels können auch praktisch sein

Was die Fußballgötter Maradona und Pele von den ehemals verfeindeten Skirennfahrerinnen Riesch und Vonn lernen können.

Wie jede gute Feindschaft beginnt auch diese mit dem Gegenteil. Pele war mal Maradonas Idol, 1979 lag der junge Diego einem Journalisten so lange in den Ohren, bis der einen Besuch in Brasilien organisierte. Pele spielte Geige, es wurde gesungen und soll insgesamt sehr harmonisch zugegangen sein. Doch dann wurde Maradona im Fußball genauso gut, und bald ergab ein Wort das andere. Nun behauptete Pele glatt, Neymar (=Brasilien=Pele) sei besser als Messi (=Argentinien=Maradona), und Maradona erwiderte, Pele solle mal die Packungsbeilage lesen oder Arzt und Apotheker fragen: „Statt der Abendtablette hat er die Morgentablette genommen. Das hat ihn verwirrt, und er wusste nicht, was er da redet.“

Allerdings kommen auch versöhnliche Meldungen aus der Welt des Spitzensports: Maria Höfl-Riesch und Lindsey Vonn, die Skifahrerinnen, vertragen sich wieder. Dabei hieß es ja immer, Frauen pflegten Feindschaften mit unnachgiebiger Hingabe, während Männer sich kurz die Meinung geigen und danach ein Bier zusammen trinken, frei nach dem Motto: Pack schlägt sich, Pack verträgt sich.

Friede durch Divenpragmatik

Nun also die erstaunliche Wende. Kürzlich noch erfuhren wir in der „ Bunten “ von Höfl-Riesch („Die Diva aus den Alpen“) neben allerlei Eindrücken aus ihrer schönen neuen Ehewelt („High Heels habe ich ja erst durch Marcus entdeckt!“), „dass die Freundschaft mit Lindsey Vonn zerbrochen ist“. Zwei Wochen später ist alles wieder gut. Womöglich hat sogar der Marcus persönlich das Friedensfoto der beiden geschossen, das Riesch und Vonn gestern zeitgleich auf ihren Facebook-Seiten veröffentlichten.

So viel Divenpragmatik haben seine Frauen auch von Maradona gefordert. Umsonst, wie er einmal erzählte: „Ich habe meinen Töchtern versprochen, nie mehr über Pele zu sprechen. Aber das geht nicht. Es ist stärker als ich.“