Tennis

Davis Cup: Auf Sand gegen Argentinien

Deutschlands Tennisprofis winkt ein Duell gegen den Davis-Cup-Sieger – falls Argentinien ab Freitag in Spanien endlich zum ersten Mal die riesige Mannschaftstrophäe holt. Weil die Südamerikaner vom 10. bis 12. Februar deutscher Erstrundenkontrahent der Saison 2012 sind, wird Davis-Cup-Teamchef Patrik Kühnen das Finale im Olympiastadion von Sevilla von der Tribüne aus beobachten.

„Ich schaue mir das sehr genau an“, sagte Kühnen vor dem Abflug nach Andalusien. „Ich finde das ein sehr spannendes Match. Die Argentinier sind alle ausgeruht, dagegen haben Nadal und Ferrer anstrengende Wochen hinter sich.“ Doch trotz der Belastungen für Spaniens Spitzenspieler Rafael Nadal und David Ferrer erwartet Kühnen den fünften Triumph für die Gastgeber: „Die Spanier sind schon das favorisierte Team, weil sie Heimvorteil haben und auf Sand spielen.“

Wo das deutsche Duell gegen die Argentinier stattfinden wird, könnte sich möglicherweise schon an diesem Freitag entscheiden, spätestens aber in der kommenden Woche. Nicht infrage kommt laut Kühnen der Rasenplatz im Gerry-Weber-Stadion von Halle, weil in der Arena in Westfalen bereits andere Veranstaltungen geplant sind.

Das Olympiastadion von Sevilla wurde zum zweiten Mal nach 2004 für ein Davis-Cup-Finale hergerichtet. 22 000 Fans, darunter 2000 Argentinier, werden für tolle Stimmung sorgen. Vor sieben Jahren trug Nadal an gleicher Stelle mit einem Sieg über Andy Roddick zum 3:2 über die USA bei und gewann erstmals den als Salatschüssel verspotteten Pokal. Auch 2000, 2008 und 2009 holten die Iberer den Mannschaftstitel – vor drei Jahren gelang sogar ohne den damals verletzten Nadal ein 3:1 in Argentinien. Auch 1981 beim 1:3 in den USA und 2006 beim 2:3 in Russland verloren die „Gauchos“ im Finale. Zuletzt entthronten sie im Halbfinale aber Cupverteidiger Serbien um den verletzten Weltranglisten-Ersten Novak Djokovic.

Argentiniens in Spanien geborener Kapitän Tito Vazquez lobte Nadal als „Festung auf Sand, und das gilt auch für Ferrer“. Dieser räumte ein: „Wir sind alle müde, aber das ist ein Finale, wir werden noch einmal alles geben.“ Der Weltranglisten-Fünfte stand bei den ATP World Tour Finals in der Vorwoche in London im Halbfinale, für den müden Nadal war in der Vorrunde Schluss. Feliciano Lopez und Fernando Verdasco, immerhin Nummer 20 und 24 der Welt, komplettieren das Team der Gastgeber, die alle bisherigen drei Vergleiche gegen Argentinien gewannen.

Die Gäste konnten sich in Ruhe vorbereiten und hoffen auf den ehemaligen US-Open-Sieger Juan Martin del Potro, Altmeister David Nalbandian, Juan Mónaco und Eduardo Schwank. Nadal eröffnet das Endspiel am Freitag gegen seinen Freund Mónaco, danach trifft Ferrer auf del Potro. Lopez und Verdasco bestreiten am Samstag das Doppel gegen Nalbandian und Schwank. Am Sonntag spielen Nadal gegen del Potro und Ferrer gegen Mónaco, Änderungen sind möglich.

„Es ist ein sehr schönes Finale – auch, weil wir gegen Freunde antreten“, sagte Nadal in einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. „Eine Niederlage gegen Argentinien könnte ich leichter verschmerzen, denn alle unsere Rivalen betrachte ich als Freunde.“ Nach den Titeln der vergangenen Jahre sei der Druck zwar geringer, doch Nadal betonte: „Es wäre für alle genial, das Jahr mit einem Sieg abzuschließen.“