"Auszeit"

Indien und Pakistan trennt nun auch ein Tennisnetz

Das indisch-pakistanische „Friedens-Doppel" hat viel erreicht. Jetzt trennen sich seine Wege, es muss aber nicht der letzte Matchball sein.

Foto: picture alliance / dpa / picture alliance / dpa/SCANPIX SWEDEN

Als Aisam Quereshi und Rohan Bopanna vorigen September das Doppel-Endspiel der US Open bestritten, war auf der Ehrentribüne eine diplomatische Sensation zu bestaunen. Einträchtig zusammen saßen dort der pakistanische und der indische UN-Botschafter.

Sie verfolgten das „Friedens-Doppel“ – die bemerkenswerte Allianz zweier Spieler, die sich trotz waffenstarrender Feindschaft ihrer Nationen verbündet hatten. „Stop War, Start Tennis“: dieses Plakat breiteten sie einmal in Wimbledon aus. Sogar am einzigen indisch-pakistanischen Grenzübergang Wagah wollten sie spielen.

Dieser Traum ist jetzt vorbei, die Partnerschaft kurz nach dem ersten Masters-Turnier-Sieg der beiden in Paris beendet. „Ich bin ziemlich geschockt“, sagt Quereshi, immer so etwas wie der Außenminister der beiden Tennis-Aktivisten.

Spekulationen über politischen Druck

Im September hatte Bopanna ihm die Nachricht überbracht, dass er künftig mit dem indischen Altmeister Mahesh Bhupathi ans Werk gehen wolle, einem legendären Veteranen der Doppelszene. Es geht da auch um die Olympia 2012, das sei ihm schon klar, sagt Quereshi. „Aber ich dachte nicht, dass das unser Doppel komplett auseinanderreißt.“

In Indien gibt es Spekulationen, dass politischer Druck ausgeübt worden sein könnte. Manchen war dieses Doppel ein Dorn im Auge, die Fans in beiden Ländern aber liebten es. Das Friedens-Doppel wurde weltweit gefeiert, von den Vereinten Nationen ausgezeichnet – so etwas vergisst man nicht einfach so.

Quereshi hat den alten, abtrünnigen Weggefährten zu seiner Hochzeit eingeladen. „Vielleicht können wir ja Freunde und Friedensbotschafter bleiben“, sagt er. Auch wenn sie jetzt auf verschiedenen Seiten des Tennisnetzes stehen.