Neonazigesänge

FSV Zwickau bestürzt und besorgt nach Vorfällen

Im Spiel gegen Erzgebirge Aue II rühmten Zuschauer in Sprechchören die Thüringer Terrorzelle. Nun fahnden Verein und Polizei nach den mutmaßlichen Neonazis im Stadion.

Fußball-Oberligist FSV Zwickau hat mit Entrüstung und Besorgnis auf die rechtsradikalen Gesänge beim Spiel gegen Erzgebirge Aue II reagiert. „Mit den Sicherheitskräften gemeinsam jene Brandstifter ausfindig zu machen, um entsprechende Strafanzeigen wegen Hausfriedensbruch zu stellen, gehört zur vorrangigen Aufgabe des Vorstandes in diesen Tagen“, teilte der Verein mit.

Während des Spiels am Freitagabend skandierten Anhänger „Terrorzelle Zwickau – olé, olé, olé“ sowie „NSU“. Beide Gesänge spielen auf die rechtsradikale Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ an, die derzeit bundesweit für Schlagzeilen sorgt. Die Polizei teilte unterdessen mit, das bereits gegen unbekannt ermittelt wird.

Nach Informationen des MDR soll auch der Sprechchor „Wismut Aue - Jude, Jude, Jude“ sowie das antisemitische U-Bahn-Lied zu hören gewesen sein. „Ich persönlich habe das U-Bahn-Lied gehört. Es gab allerdings auch Fans, die sich mit deutlichen Worten dagegen gewandt haben“, sagte Michael Voigt vom Fanprojekt Zwickau dem MDR.

Voigt kritisierte in dem Zusammenhang auch den Verein. Dieser habe seine Hinweise über die rechte Gefahr abgetan: „Die haben zu mir gesagt, ich würde das Problem des Rechtsextremismus zu sehr aufbauschen.“ Der Verein teilte mit, er „verwahrt sich mit Nachdruck gegen jedwede Form politisch motivierten Extremismus in unserer Gesellschaft“.

In Erklärungsnot dürfte den FSV aber ein kursierendes Video bringen. Medienberichten zufolge zeigt ein Video, wie die Mannschaft in der Kabine geschlossen „Sieg“ brüllt, ein Einzelner aber im Anschluss ein mit Gelächter kommentiertes „Heil“ ruft.