Sponsor verloren

Berliner Istaf wird es auch im Jahr 2012 geben

Das Internationale Stadionfest Istaf hat zwar mit Vattenfall seinen bisherigen Hauptsponsor verloren, doch das Meeting sei deshalb nicht in Gefahr. Das versichern die Veranstalter.

Es war wie in jedem Jahr. Fast 52.000 Zuschauer bildeten am 11. September 2011 eine große Kulisse im Berliner Olympiastadion beim 70. Internationalen Stadionfest der Leichtathleten (Istaf). Sie erlebten zehn aktuelle Weltmeister und vier Weltrekordinhaber, gute Leistungen mit vier Istaf-Rekorden. Der Jamaikaner Yohan Blake zeigte mit seiner Bestmarke von 9,82 Sekunden über 100 Meter, dass Superstar Usain Bolt einen ernst zu nehmenden Gegner im eigenen Lande hat. Das Wetter spielte auch mit, und so freuten sich sicher viele der Besucher am Ende schon auf den 2. September 2012, an dem das nächste Istaf stattfinden soll. Doch nun scheint es plötzlich nicht mehr so sicher, dass dieses stattfinden kann.

Am Sonntagabend wurde im „RBB-Sportplatz“ vermeldet, dass Hauptsponsor Vattenfall eine Option hat verstreichen lassen, die Zusammenarbeit zu verlängern. Das Energieunternehmen hatte in den vergangenen beiden Jahren jeweils 500.000 Euro in die Veranstaltung gepumpt und damit rund ein Viertel des Gesamtetats gedeckt.

Verbunden mit der Nachricht war die Sorge, dass dies das Aus der Traditionsveranstaltung bedeuten könnte. Dem widerspricht Istaf-Geschäftsführer Martin Seeber: „Ich bin zu 100 Prozent sicher, dass das Istaf stattfindet. Einerseits kann man sparen. Aber man kann es auch so sehen: Wir haben jetzt bereits rund 75 Prozent unseres Etats für die Veranstaltung in neun Monaten zusammen.“ Meeting-Direktor Gerhard Janetzky, zugleich Präsident des Berliner Leichtathletik-Verbandes, ergänzt: „Das vertragsgemäße Ausscheiden des Hauptsponsors ist ja nicht das Ende eines über 90 Jahre alten Meetings.“ Er nennt einen Punkt, der für seine Sicht der Dinge spricht: „Das zuschauerstärkste Eintagesmeeting der Welt, das ein wesentlicher Baustein auf dem Weg zu einer erfolgreichen EM-Bewerbung Berlins in 2018 ist, wird von allen Sportlern, Athletenmanagern und Funktionären sowie vom Weltverband und dem deutschen Fernsehen auch weiterhin unterstützt.“

Die EM 2018: Nach der erfolgreichen WM 2009 will Berlin in sieben Jahren erneut Schauplatz einer herausragenden Leichtathletik-Veranstaltung sein. Die Stadt, die den Traum von Olympischen Spielen nie aufgegeben hat, braucht große Events, um ihre Tauglichkeit zu präsentieren. Und so bestätigt auch der scheidende Sportstaatssekretär Thomas Härtel: „Wir werden alles tun, um einen gleichwertigen Sponsor zu finden.“

Seeber verweist schon auf den günstigen Termin des nächsten Istaf, hofft auf die Verpflichtung von vielen Olympiasiegern: „Wir wollen so viele Medaillengewinner von London wie möglich zeigen“, sagt er. Ob sich das realisieren lässt, ist zwar genauso ungewiss wie das Finden eines Großsponsors. Optimisten können ihre Treue zur Veranstaltung aber jetzt schon zeigen: An diesem Donnerstag beginnt der Vorverkauf für das 71. Istaf.