Vertragspoker

Für den HSV ist Fink die einzig richtige Lösung

Durchatmen beim Hamburger SV: Der FC Basel zeigt sich im Trainerfall Thorsten Fink verhandlungsbereit. Nur bei der Ablösesumme bestehen noch Differenzen.

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Nachdem sich der Hamburger SV und Trainer Thorsten Fink bereits über eine Zusammenarbeit verständigt hatten, ist nun auch der dritte im Bunde – Finks aktueller Verein FC Basel – verhandlungsbereit.

„Wenn der Trainer sagt, er will weg, dann müssen wir eine Lösung finden“, sagte Basels Vizepräsident Bernhard Heusler, bevor er sich in der Schweizer Metropole mit Fink und dessen Berater Thomas Kroth zu entscheidenden Gesprächen trifft. Heusler weiter: „Ich muss mir anschauen, ob er sich selbst wiederfindet und sagt, dass er in Basel weiterarbeiten möchte. Fink hat uns gegenüber gesagt, dass ihn die Sache in Hamburg interessiert.“

Niemand zweifelt nun noch ernsthaft am Zustandekommen des Transfers in den nächsten Tagen.

HSV-Chef Carl Jarchow nahm die Aussagen des Baseler Offiziellen zum Anlass, in die Offensive zu gehen. „Wir sind uns sicher, dass es klappen wird“, so Jarchow gegenüber "Sport 1". „Wir haben zu Fink einfach das hundertprozentige Vertrauen, dass er eine richtige Lösung für uns ist.“ Einen Plan B gebe es nicht mehr.

Bedenken, dass dieses Bekenntnis zu früh kommen könnte, wie schon oft geschehen in der HSV-Vergangenheit , hat Jarchow offenbar nicht mehr. Fraglich ist nur, ob die Hamburger dem Ziel, lediglich 500.000 Euro Ablöse für Fink zu zahlen, so näher kommen. Der FC Basel soll eine Forderung von zwei Millionen gestellt haben.

"Fink soll ein Supertyp sein"

Nationalspieler Dennis Aogo, der sich in den vergangenen Tagen bei der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw aufgehalten hat, ist per Telefon über die Entwicklungen informiert worden. Am Montag teilte ihm Sportdirektor Frank Arnesen mit, dass er, Arnesen, zunächst als „Teamchef“ für die HSV-Profis verantwortlich ist.

„Unsere Situation hat sich dadurch nicht verändert“, sagt Aogo. „Ob unser Trainer nun Arnesen, Cardoso oder Heinemann heißt – wir müssen Punkte sammeln.“ Dass Thorsten Fink im Anflug auf Hamburg ist, hat Aogo ebenfalls zur Kenntnis genommen.

Er selbst kenne den designierten neuen HSV-Coach nicht, doch: „Ich habe gehört, dass Fink ein Supertyp sein soll.“ Dennis Aogo gibt zu, dass ihm der Abstecher zur Nationalmannschaft gutgetan hat. Zwar ist er weder beim Auswärtsspiel in Istanbul gegen die Türkei (3:1) noch im Heimspiel in Düsseldorf gegen Belgien (3:1) zum Einsatz gekommen, dafür konnte er sich in den Trainingseinheiten empfehlen.

Sonntag in Freiburg

„Ich habe sehr positives Feedback vom Bundestrainer erhalten“, sagt Aogo. „Ein paar Tage Abstand, mal andere Eindrücke gewinnen – ich hoffe, ich kann das mitnehmen in den Alltag beim HSV.“

Besonders die Siegermentalität in der Nationalmannschaft habe er aufgesogen. „In diesem Team steckt eine Selbstverständlichkeit, dass jede andere Mannschaft geschlagen werden kann. Das ist dieses Bayern-Gen“, berichtet Aogo. Allein wegen dieser Erfahrungen sei es für ihn eine gewonnene Woche gewesen.

Mit großer Spannung blickt Dennis Aogo auf die anstehenden Aufgaben in der Bundesliga. Schon in Freiburg am Sonntag kann der HSV einen wichtigen Schritt aus dem Keller der Tabelle machen. Mit einem Auswärtserfolg würde der HSV sogar an den Breisgauern vorbei ziehen.

„Das muss unser Ziel sein“, fordert Aogo. „Freiburg hat zwar immer wieder eine ordentliche Mannschaft auf die Beine gestellt, aber sie haben auch Probleme. Wir fahren jetzt bestimmt nicht zum großen SC Freiburg.“

Von 2002 bis 2008 war Aogo dort selbst unter Vertrag.

Anschließend trifft der HSV in Heimspielen gegen Wolfsburg und Kaiserslautern auf weitere Teams aus der zweiten Tabellenhälfte der Liga. In diesen Spielen stecke hohe Brisanz, meint Dennis Aogo.

Mit „Teamchef“ Arnesen steht am Sonntag der dritte HSV-Trainer in dieser Saison an der Seitenlinie.

Unabhängig vom Verlauf der Verhandlungen über die Ablöse für Thorsten Fink fürchtet Vereinschef Jarchow keine negativen Auswirkungen. „Ich unterstütze diesen Schritt von Frank Arnesen sehr. Es zeigt der Mannschaft, dass wir die Situation ernst nehmen, wenn sich ein Verantwortungsträger dieser Aufgabe stellt. Wir wollen keinen Spannungsabfall in der Mannschaft.“

Und ein Erfolg in Freiburg würde die Ausgangslage beim Amtsantritt Thorsten Finks zudem erleichtern.