Tarifstreit

NBA muss den Saisonstart verschieben

Fans können sich einen pünktlichen Start der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA abschminken. Ein erneuter Friedensgipfel brachte nicht die erhoffte Einigung im Tarifstreit zwischen Clubbesitzern und Spielern.

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Eine herbe Enttäuschung für alle Basketballfans: Nach einem bitteren Tarifstreit hat die NBA die ersten zwei Wochen der Saison abgesagt.

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Der Friedensgipfel brachte nichts, der NBA-Start ist geplatzt: Die US-Profiliga hat die Spiele von Dirk Nowitzki und Co. für die ersten beiden Wochen der Saison abgesagt und die Basketball-Fans weiter erzürnt. Auch nach einem erneuten Verhandlungsmarathon ist ein Ende des monatelangen Tarifstreits nicht in Sicht. „Die Lücke ist zu groß, als dass wir sie gegenwärtig überbrücken können“, begründete NBA-Commissioner David Stern am Montagabend (Ortszeit) in New York seinen Entschluss.

Er hatte den Clubeigentümern und der Spielergewerkschaft NBPA bereits in der Vorwoche diesen drastischen Schritt angekündigt, sollten sie nicht bis zum 10. Oktober eine Einigung im Tarifstreit erzielen. Trotz seines Ultimatums machten beide Seiten am Montag in der siebenstündigen Sitzung abermals keine Fortschritte. „Wir sind in nahezu allen Fragen sehr, sehr weit voneinander entfernt“, betonte Stern. „Wir sind nicht an dem Punkt, um einen fairen Vertrag abzuschließen“, meinte auch NBPA-Präsident Derek Fisher, Profi von den Los Angeles Lakers.

Somit fallen 100 Partien vom 1. bis 14. November aus – unter anderem auch das Auftaktmatch von Titelverteidiger Dallas Mavericks mit dem deutschen Star Nowitzki gegen die Chicago Bulls. Dass die Begegnungen zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt werden, schloss Stern nahezu aus. „Und mit jedem Tag, der vergeht, müssen wir uns mit weiteren Einschränkungen der verbliebenen Saison befassen“, sagte er.

Wann die Gespräche wieder aufgenommen werden, war zunächst unklar. Einen neuen Termin gab es vorerst nicht. Somit ist völlig offen, wann die Spielzeit beginnt oder ob sie sogar komplett ausfällt. „Ich möchte mich aufrichtig bei allen Fans entschuldigen“, twitterte LeBron James von den Miami Heat, „es ist ein trauriger Tag für alle von uns und besonders für Euch.“

Dass nun Top-Stars wie der zweimalige MVP massenhaft nach Europa pilgern, ist zunächst kaum zu erwarten. Zumindest Virtus Bologna dürfte aber sein Buhlen um den fünfmaligen Meister Kobe Bryant (Lakers), der in Italien aufgewachsen ist, verstärken. Nowitzki wird sich hingegen weiter in den USA aufhalten, bereits in der vergangenen Woche hatte er nichts Gutes für die Verhandlungen geahnt. „Es sieht im Moment leider nicht gut aus, aber ich hoffe, dass beide Seiten sich weiter annähern, damit doch zeitnah ein Vertrag zustande kommt“, sagte der NBA-Champion. „Eine Zeit ohne Basketball ist für niemanden schön“.

Die NBPA bezifferte die monatlichen Verluste der Profis ohne NBA-Spiele auf 350 Millionen Dollar und gibt sich kämpferisch. „Die Besitzer denken, dass alles vorbei ist, wenn die Spieler ein oder zwei Monate kein Geld bekommen. Aber da irren sie sich, das wird nicht passieren“, betonte NBPA-Geschäftsführer Billy Hunter, der eine mögliche Absage der kompletten Spielzeit als „dumm“ bezeichnete: „Wir kommen aus der besten Saison in der NBA-Geschichte und ich bin mir nicht sicher, dass sich die Liga unter diesen wirtschaftlichen Bedingungen von einem langwierigen Lockout erholen würde.“

Hauptstreitpunkt ist die prozentuale Aufteilung der jährlichen Gesamteinnahmen von 4,3 Milliarden Dollar. Die Spieler, die seit dem 1. Juli ausgesperrt sind, erhielten bislang 57 Prozent. In den Verhandlungen machten sie deutlich, keinesfalls weniger als 53 Prozent einstreichen zu wollen. Der von den Eignern informell vorgeschlagene 50:50-Deal wurde klar abgelehnt. Dass die Verhandlungen am Montag an „Systemfragen“ wie Vertragslängen der Spieler scheiterten, zeigt wie verfahren die Situation derzeit ist.

Es ist das zweite Mal in der NBA-Geschichte, dass wegen einer Aussperrung der Spieler Partien gestrichen werden. 1999 einigten sich beide Seiten erst Anfang Januar auf ein neues Arbeitspapier. Insgesamt fielen damals 464 Spiele aus, die Saison begann am 6. Februar und wurde auf 50 Partien pro Team reduziert.