"Auszeit "

Auch der Sport ist Teil der Wegwerfgesellschaft

Jens Hungermann

In Industrieländern werden Lebensmittel oft weggeworfen. Auch auf Sportler. Die Sportgeschichte bietet einige Beispiele solcher Verschwendung.

Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft, so viel steht fest. Die Hälfte aller Lebensmittel in Industrieländern wird entsorgt . 15 Millionen Tonnen kommen so Jahr für Jahr allein in Deutschland zusammen. Was nicht gefällt, fliegt in den Müll, den Container, die Botanik, auf den Kompost. Oder aufs Sportfeld. Wobei der Wurfgegenstand in dem Falle eher Mittel zum Zweck ist, um beispielsweise einem Fußballprofi zu zeigen, dass er Kraut und Rüben spielt, herumgurkt oder, pardon, ein Schwein ist.

So ist 2002 während des „Clasico“ in Spanien zwischen Real Madrid und dem FC Barcelona ein Spanferkelkopf berühmt geworden, der Luis Figo zeigen sollte, was die Fans aus Barcelona von seinem Wechsel nach Madrid hielten. Faules Obst und Gemüse hagelte es obendrein, wobei überschrittene Mindesthaltbarkeitsdaten bloß schwacher Trost wären angesichts solcher Eseleien.

Eine Aktion für den Müll

Oder erinnern wir uns an den legendären Cola-Dosen-Wurf bei Borussia Mönchengladbachs 7:1 über Inter Mailand 1971, nach dem sich der Italiener Roberto Boninsegna vom Feld tragen ließ. Die Dose war nicht mehr voll, Pfand gab es damals auch noch nicht, doch die Sache endete bekanntlich nach einem Wiederholungsspiel mit Gladbachs Aus im Europacup.

Nun hat auch der nicht eben für Mangel an Etikette bekannte Golfsport seinen Lebensmittelskandal: In San Martin/Kalifornien verfehlte ein Idiot Tiger Woods mit einem Hot Dog nur knapp. Sein Motiv blieb zunächst unklar. Schmeckte ihm das pappige Brötchen nicht? Wollte der Mann verdeutlichen, dass er Woods für eine Wurst hält? Oder war er bloß satt? Seine Aktion jedenfalls ist ein Fall für den Müll.