Tennis

Petkovic trotz Niederlage wieder in Top Ten

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Endspiel verloren, Knie kaputt, WM verpasst. Viel schlimmer hätte es in Peking für die beste Deutsche ansonsten nicht kommen können.

Dabei hatte die momentan beste deutsche Tennisspielerin im Finale der China Open gegen Agnieszka Radwanska schon eine Hand am Siegerpokal, als all ihre Träume auf einmal platzten. Zunächst kamen im ersten Satz die Schmerzen im rechten Knie zurück, dann versagten die Nerven in der Schlussphase des hochklassigen Matches gegen ihre Angstgegnerin aus Polen, die ihr mit dem fünften Sieg im fünften Vergleich den letzten freien Platz beim Saisonhöhepunkt der besten Acht vom 25. bis 30. Oktober in Istanbul wegschnappte.

Alles aus – alles vorbei? „Es wird ein paar Tage dauern, bis ich das verdaut habe und realisiere, was für ein großes Match wir gespielt und wie gut wir die Zuschauer unterhalten haben“, sagte die 24-Jährige und trocknete die Tränen der Enttäuschung. Den „Petko-Dance“ tanzte sie diesmal zusammen mit der Siegerin, die „absolut verdient gewonnen hat“, wie sie neidlos anerkannte. Doch der ernste Blick verriet, wie sehr sie die eigene Nachlässigkeit im entscheidenden Moment ärgerte.

Als nur noch ein Punkt fehlte zur 5:3-Führung im dritten Satz, verlor sie den roten Faden und baute ihre junge Kontrahentin, die schon am Ende ihrer Kräfte schien, mit haarsträubenden Fehlern wieder auf. Trotz starker Gegenwehr kassierte sie das Break zum 4:5 und schlug wenig später Radwanskas Matchball ins Netz. „Agnieszka hat mich jetzt fünf Mal geschlagen – das muss sich dringend ändern“, sagte Petkovic.

Erst einmal muss die wieder auf Platz neun der Weltrangliste notierte Petkovic aber restlos gesund werden. Als sie im ersten Satz mit neuerlichen Schmerzen im rechten Knie zusammensackte, war auch sie so geschockt, dass sie einen Weinkrampf bekam. „Als mir der Schmerz wieder ins Knie fuhr, dachte ich erst: Jetzt ist alles vorbei“, sagte Petkovic. Doch nach minutenlanger Behandlung ging es wieder und hernach schrieb sie ihrem besorgten Vater: „Das ist alles nicht so schlimm.“

Ihren Start beim Turnier in Linz diese Woche sagte sie auf Anraten des Turnierarztes in Peking dennoch ab. „Ich würde ihr raten, jetzt eine Pause einzulegen, bis sie vollkommen schmerzfrei und die Verletzung auskuriert ist“, sagte Fed-Cup-Trainerin Barbara Rittner. Dass sie auf die Zähne beißen kann, habe sie schon bei den US Open bewiesen. Aber Rittner denkt auch an die nächste Saison und die großen Aufgaben im Fed Cup, in dem die deutschen Power-Frauen mit Petkovic, Sabine Lisicki, Julia Görges und Angelique Kerber durchaus für Furore sorgen können.

Andrea Petkovic wird jetzt wie schon nach den US Open wieder zwei, drei Meinungen von den Ärzten ihres Vertrauen einholen und dann entscheiden, wie es weiter geht. „Sie lässt sich da nicht reinreden“, erklärte Rittner. Aber was ist, wenn durch den Ausfall oder die Absage einer der qualifizierten Spielerinnen doch noch ein Platz bei der WM frei wird für Andrea Petkovic?

( dapd )