Trainersuche

Beim HSV müsste Hiddink auf viel Geld verzichten

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Am Montag landet HSV-Sportdirektor Frank Arnesen wieder in Hamburg. Es soll nicht mehr lange dauern, bis das Schlusslicht der Bundesliga einen neuen Coach hat. Dass Arnesen in den vergangenen Tagen mehrere Optionen geprüft hat, ist verbürgt. Ganz offen wird mittlerweile die Personalie Thorsten Fink kommentiert – und zwar von Seiten seines Vereins FC Basel. „Wir werden Thorsten Fink nicht freigeben“, sagt Klubsprecher Josef Zindel. „Er hat einen Vertrag in Basel bis 2013 ohne Ausstiegsklausel.“ In der vergangenen Woche hatte sich Fink mit Frank Arnesen am Frankfurter Flughafen zu Verhandlungen getroffen.

Ob die Absage des Schweizer Meisters, der momentan in der Champions League spielt und in der Gruppe C sogar vor Manchester United und Benfica Lissabon die Tabellenführung inne hat, endgültig ist, steht auf einem anderen Blatt. Thorsten Fink sieht seinen Verbleib nicht in Stein gemeißelt. Im Gespräch mit Morgenpost Online hielt sich der 43 Jahre alte Ex-Profi ein Hintertürchen offen: „Bis Januar bleibe ich jetzt erstmal in Basel. Der HSV hat nachgefragt, der FC Basel und ich haben das zur Kenntnis genommen. Aber im Laufe dieses Halbjahres ist es auch schwierig. Ich möchte mich auf jeden Fall weiter auf meinen Job konzentrieren und hier gute Arbeit leisten.“ Möglicherweise spekuliert Fink darauf, im Januar gegen eine Ablöse nach Hamburg wechseln zu können.

Im Vorstand des HSV wird nun heiß diskutiert, ob der Verein sich diese Hängepartie leisten kann. Schafft es die Mannschaft unter Übergangstrainer Rodolfo Cardoso, bis zum Winter in sichere Regionen vorzustoßen? Oder läuft der Verein Gefahr, den Anschluss zu verlieren, so dass ein Trainerwechsel zur Winterpause viel zu spät käme? „Das Thema Fink und HSV ist abgeschlossen“, sagt Basels Sprecher Zindel. Was die Überlegungen des HSV angeht, ist diese Aussage zu voreilig.

Nur drei Millionen für Guus Hiddink

Fink ist allerdings nach wie vor nicht der einzige Kandidat, der in den Überlegungen des HSV-Vorstands eine Rolle spielt. Der türkische Nationaltrainer Guus Hiddink, der am Bosporus nach dem 1:3 gegen Deutschland herbe Kritik einstecken musste, ist ebenfalls ein Thema. Allerdings müsste Hiddink in Hamburg deutliche Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Spekuliert wird, dass Hiddink bei seinen bislang letzten Stationen FC Chelsea (sechs Millionen Euro Jahresgage) und eben in der Türkei (sieben Millionen) extrem hochdotierte Verträge abgeschlossen hat. Angesichts angespannter Haushaltslage könnte der HSV selbst einem Trainer, der in den vergangenen 25 Jahren zu den erfolgreichsten überhaupt zählt, nicht mehr als drei Millionen bieten, wenn überhaupt.

Im Übrigen muss der HSV auch noch darauf hoffen, dass die Türken die Relegationsspiele zur EM verpassen und nicht noch einmal im November antreten müssen. Ansonsten droht eine Verzögerung wie im Fall Thorsten Fink. Die Türken, bei denen HSV-Stürmer Gökhan Töre in der zweiten Halbzeit gegen die deutsche Elf eingewechselt wurde, spielen am Dienstag gegen Aserbaidschan – parallel tritt Türkei-Konkurrent Belgien in Düsseldorf gegen Deutschland an.