"Auszeit"

Durch dick statt dünn zum Schönheitsideal

Umfragen beweisen: Etwa drei Prozent der Deutschen würden gern an Gewicht zulegen. David Storls Wunschgewicht ist aber nur schwer zu erreichen.

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Schönheitsideal – das ist mal so ein herrlich schwammiger Begriff (wenn der Begriff „schwammig“ in diesem Zusammenhang überhaupt erlaubt ist).

Kulturgeschichtler haben ganze Bücher zum Thema geschrieben. Wir erfahren, dass Doppelkinne im Zeitalter der Renaissance als sexuell attraktiv galten, die Makellosigkeit der Haut kulturübergreifend ein entscheidender Faktor ist, Symmetrie eine wichtige Rolle spielt, und wir lesen im sieben Kapitel umfassenden Wikipedia-Eintrag zu „Schönheitsideal“ Interessantes: „Die großen Unterschiede bei der als ideal geltenden Körperfülle werden in der Regel mit dem jeweils unterschiedlichen Nahrungsangebot erklärt: Wo die Versorgungslage unsicher ist, wird Fett zum Statussymbol.“

Das erinnert uns an den Witz mit dem Doktor und dem beleibten Patienten. „Gegen ihr Übergewicht hilft leichte Gymnastik“, rät der Arzt. „Sie meinen Liegestütze oder so?“, fragt der Mann. Darauf der Doktor: „Nee. Es genügt schon ein Kopfschütteln, wenn man ihnen etwas Fettes zu essen anbietet.“

Dabei gibt es ja hierzulande durchaus Menschen, die gar nicht ab-, sondern zunehmen wollen! Laut Umfragen sind es allerdings nur rund drei von 100 Deutschen (wenn „rund“ in diesem Zusammenhang überhaupt das richtige Wort ist). Zu ihnen gehört David Storl. Mit 21 Jahren bringt er bei 1,97 Meter Körpergröße bloß 122 Kilo auf die Waage, was ein bisschen enttäuschend ist für ihn.

Storl ist schließlich Kugelstoßer, ein Weltmeister sogar, aber die Schwergewichte in dieser Branche wiegen eben noch viel mehr. Deshalb, sagt Storl, hätte er in vier, fünf Jahren schon gern „130, 135 Kilo“ auf den Rippen. Mehr Masse für noch mehr Klasse, sozusagen.

Wie gut, dass Storl dieser Tage in einem Ferienclub in der Türkei urlaubt. Eine Woche all-inclusive – schön ideal!