EM-Qualifikation

Hitzfeld erwartet ein dreckiges Kampfspiel in Wales

Die Schweiz muss in zwei Spielen drei Punkte auf Montenegro gutmachen. Zunächst geht es nach Swansea, danach kommt es zum Gruppen-Showdown in Basel.

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Leicht geduckt schritt Ottmar Hitzfeld nach der Landung der Schweizer Nationalmannschaft am Mittwochabend über das Rollfeld des Flughafens von Cardiff. Nieselregen. Starke Windböen. Britisches Schmuddelwetter eben. Da kann man schon mal den Kopf einziehen. Für Freitagabend hat der deutsche Trainer dies streng verboten.

Seine Spieler sollen beißen, kämpfen, rennen – und vor allem gewinnen. In Wales geht es für die „Nati“ um alles. Eine Niederlage könnte den Traum von der Teilnahme an der Euro 2012 beenden. Selbst ein Sieg wäre nur die halbe Miete.

„Es wird ein Kampfspiel “, sagt Philippe Senderos. Der hünenhafte Innenverteidiger mit dem kantigen Schädel scheint für das Duell mit den in der Qualifikation bereits gescheiterten Walisern wie gemacht. Doch der 26-Jährige weiß vor dem Duell im Liberty Stadium von Swansea auch: „Diese Partie ist nur eines von zwei Finalspielen.“

Drei Punkte Rückstand hat Hitzfelds Mannschaft in der Gruppe G vor den beiden abschließenden Spielen auf das zweitplatzierte Montenegro. Für Schwächephasen ist bei so einer Konstellation kein Platz.

Bange Blicke nach Montenegro

Der große Konkurrent empfängt am Freitag fast zeitgleich den so gut wie sicher für die EM qualifizierten Tabellenführer England. Die bangen Blicke der Schweizer werden immer wieder von Swansea nach Podgorica wandern. Sollte Montenegro mehr Punkte holen als die Schweiz, wäre Hitzfelds Euro-Traum geplatzt.

Wenn nicht, geht es im direkten Duell am kommenden Dienstag in Basel um alles oder nichts. Die Schweiz oder Montenegro. Der WM-Teilnehmer oder der Außenseiter. Nur einer kann das Ticket für die Play-offs im kommenden Monat lösen.

Für Hitzfeld wäre es die erste Teilnahme an dem Kontinentalturnier und wohl eine ganz besondere Genugtuung. Noch vor wenigen Monaten hatte man in der Heimat vernichtend über die „Nati“ geurteilt. Das Vorrunden-Aus bei der WM in Südafrika noch in den Knochen, starteten die Schweizer desolat in die EM-Qualifikation.

Heimschlappe gegen England, Auswärtspleite in Montenegro. Auch danach wurde es zunächst kaum besser. Der Druck auf Hitzfeld und die arrivierten Spieler wie die ehemaligen Bundesliga-Profis Alexander Frei und Marco Streller wuchs.

Zudem kam die aufstrebende Generation um Xherdan Shaqiri, Admir Mehmedi und Granit Xhaka nicht recht zum Zug. Im vergangenen Sommer wurde Hitzfeld dann zum Umbruch gezwungen. Frei und Streller erklärten ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft, die U21 wurde in Dänemark Vize-Europameister.

Fortan ging es bergauf und die Verjüngung des Kaders weiter voran. In Wales könnten Fabian Frei (22) und Ricardo Rodriguez (19) zu ihren Debüts kommen.

Durch gelungene Auftritte in Swansea und Basel könnte die junge Mannschaft um die Bundesliga-Profis Diego Benaglio, Eren Derdiyok und Timm Klose an Profil gewinnen. Geduckt möchte Hitzfeld jedenfalls nicht zurück in die Heimat reisen.