FC Bayern

Arjen Robben nach Rückkehr in München operiert

Super-Star Arjen Robben wurde an der Leiste operiert und wird vorerst ausfallen. Aber das sind nicht die einzigen Probleme des Holländers beim FC Bayern.

Foto: dapd/DAPD

Die Krankenakte von Arjen Robben ist wieder ein bisschen dicker geworden. Gerade erst hatte sich der Niederländer halbwegs von einer Schambeinentzündung erholt, am Freitag nun wurde der 27 Jahre alte Flügelstürmer des FC Bayern München an der Leiste operiert. Robben, dessen Verletzungen sich wie ein roter Faden durch seine Karriere ziehen, fällt mindestens zehn Tage aus.

„Auf dem Boden einer Schambeinentzündung hat sich in den vergangenen Tagen eine weiche Leiste entwickelt“, sagte der Münchner Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfarth. Diese weiche Leiste sei in einer Münchner Klinik nun erfolgreich operiert worden, er gehe davon aus, dass Robben in voraussichtlich zehn Tagen ins Training zurückkehren könne, teilte der Mediziner weiter mit.

Robben war am Donnerstag vorzeitig aus dem Trainingslager der niederländischen Nationalmannschaft abgereist. Bereits am Dienstag hatte er dort eine Einheit nach 20 Minuten Lauftraining abbrechen müssen. Am Mittwoch teilte der niederländische Verband KNVB mit, Robben werde für die EM-Qualifikationsspiele gegen Moldau sowie in Stockholm gegen Schweden (Dienstag) nicht zur Verfügung stehen.

Zunächst war von erneuten Problemen am Schambein ausgegangen worden. „Ich muss dafür sorgen, dass die Verletzung nicht chronisch wird“, hatte Robben vor seiner Abreise aus Rotterdam gesagt.

Auch Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Rummenigge sagte deshalb zunächst: „Er scheint wieder gewisse Probleme am Schambein zu haben.“ Zugleich lobte Rummenigge die „große Sensibilität“ des KNVB, Robben umngehend nach München zurückzuschicken.

Wegen anhaltender Schambein-Problemen hatte Robben nach einer fünfwöchgigen Pause erst am 24. September beim 3:0 in der Bundesliga gegen Bayer Leverkusen sein Comeback gefeiert. Es folgte ein kurzer Auftritt in der Champions League gegen Manchester City (2:0) sowie am Samstag ein 45-minütiger Einsatz beim 0:0 des FC Bayern bei 1899 Hoffenheim.

Wie wichtig Robben für die Bayern sein kann, hatte sich in der vergangenen Rückrunde eindrucksvoll gezeigt. In 14 Spielen gelangen ihm 12 Treffer und 10 Torvorlagen. In letzter Zeit mehren sich aber die Gerüchte, dass der Niederländer innerhalb der Mannschaft wegen seines Egoismus auf dem Spielfeld nicht sonderlich gut gelitten ist. Zumal es auch ohne ihn außergewöhnlich gut lief zuletzt.

Tatsache ist: In seiner ersten Saison in München kam Robben auf 24 Bundesliga-Einsätze, erzielte dabei 16 Treffer und legte weitere sieben auf. Es folgte ein halbes Jahr Zwangspause, weil nach seiner Rückkehr von der WM 2010 in Südafrika ein Muskelriss diagnostiziert worden war. Robben kehrte zurück und legte eine brillante Rückrunde hin. In dieser Saison kam er in erst vier Spielen zum Einsatz.

Zuletzt hatte sich unter anderem Präsident Uli Hoeneß genötigt gesehen, für den damals immerhin 25 Millionen Euro teuren Zugang von Real Madrid Partei zu ergreifen. „Im vorigen Jahr wurde die Frage gestellt, was ist der FC Bayern ohne Robben wert - jetzt soll er keinen Stammplatz mehr haben. Das kann doch nicht sein“, sagte er im "kicker". Es sei eine „Unverschämtheit, Arjen infrage zu stellen“.