EM-Qualifikation

Portugal und Frankreich zittern um Platz eins

Hochspannung in der EM-Qualifikation: Portugal empfängt die punktgleichen Dänen. Frankreich spielt ohne Ribery und Benzema, England reicht schon ein Remis.

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Deutschland ist schon für die Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine qualifiziert, aber in vier Gruppen ist der erste Platz noch heiß umkämpft. Und der erste Platz bedeutet die direkte Qualifikation für das Turnier. Die zweiten Plätze berechtigen immerhin zu Playoff-Spielen um die Qualifikation.

In Gruppe B haben zwei Spieltage vor Schluss mit Russland (17 Punkte), Irland (15), Armenien (14) und der Slowakei (14) noch vier Teams Chancen auf den ersten Platz. Die besten Aussichten hat Russland, das am Freitag in der Slowakei antreten muss und zum Abschluss Andorra empfängt.

Allerdings muss Russlands Trainer Dick Advocaat auf den verletzten Stürmer Alexander Kerschakow verzichten. Irland hat mit den Spielen in Andorra und gegen Armenien zumindest die beste Ausgangsposition für den Kampf um Platz zwei. Trotz der vermeintlich leichten Gegner sagt Irlands Trainer Giovanni Trapattoni: "Wir werden keinen Gegner unterschätzen."

Frankreich ohne Ribery und Benzema

Frankreich (17) und Bosnien-Herzegowina (16) streiten sich in Gruppe D um den ersten Platz. Die Franzosen müssen zuerst ihre Pflichtaufgabe gegen Albanien bewältigen, die Bosnier ihr Heimspiel gegen Luxemburg gewinnen.

Zum Abschluss empfängt Frankreich seinen schärfsten Konkurrenten zum direkten Duell. Dabei muss Trainer Laurent Blanc auf den angeschlagenen Franck Ribery von Bayern München ebenso verzichten wie auf Karim Benzema. Rumänien und Weißrussland haben mit je zwölf Punkten wohl nur noch Außenseiterchancen.

Kroaten in Piräus

Tabellenführer Kroatien (19) muss in der Gruppe F schon am Freitag zum möglicherweise vorentscheidenden Duell in Griechenland (18) antreten. Dabei müssen die Kroaten den verletzten Mittelfeldspieler Ivo Ilicevic und den gesperrten Kapitän Darijo Srna ersetzen.

Dennoch kündigt Kroatiens Trainer Slaven Bilic an: "Wir werden alles tun, um als Spitzenreiter aus Griechenland zurückzukehren." Alle übrigen Teams haben auch theoretisch keine Möglichkeit mehr, einen der ersten beiden Plätze zu erreichen.

Dreikampf in Gruppe H

Besonders eng geht es in Gruppe H zu. Dort weisen Tabellenführer Portugal, Dänemark und Norwegen jeweils 13 Punkte auf. Die Norweger haben zwar schon ein Spiel mehr absolviert, dafür nehmen sich Dänemark und Portugal im direkten Duell am letzten Spieltag noch gegenseitig Punkte ab.

Der portugiesische Coach Paulo Bento warnt vor den letzten beiden Spielen gegen Island und in Dänemark: "Wir dürfen uns keinen Patzer erlauben, wir müssen gewinnen. Wir brauchen den absoluten Ehrgeiz, uns für die Euro 2012 qualifizieren zu wollen."

England reicht ein Punkt

England reicht am Freitag in Gruppe G ein Punkt in Montenegro, um nach Deutschland, Spanien, Italien und den Niederlanden ebenfalls vorzeitig die EM-Teilnahme perfekt zu machen.

Allerdings sieht Montenegros Trainer Branko Brnovic seine Elf durchaus nicht chancenlos: "Wir alle kennen die Engländer, aber in 90 Minuten ist alles möglich. Das haben wir letztes Jahr bereits in England gezeigt. Wunder passieren immer wieder." Immerhin erreichten die Montenegriner vor einem Jahr im Hinspiel in London ein 0:0 gegen England. Platz zwei kann aber auch noch an die Schweiz gehen.

In den übrigen Staffeln geht es jeweils nur noch um den zweiten Platz. In der deutschen Gruppe A haben nur die Türkei (14) und Belgien (12) noch Chancen auf Rang zwei. Serbien (14) hat in Gruppe C gegenüber Estland (13) und Slowenien (11) die beste Ausgangslage, zumal die Serben noch ein Spiel mehr haben.

In Gruppe E duellieren sich die punktgleichen Schweden und Ungarn (je 18) um den Platz für die Playoffs. In Gruppe I konkurrieren Tschechien (10) und Schottland um den Platz hinter Spanien.