EM-Qualifikation

Alarmstufe rot für Italiens Gastspiel in Serbien

Das EM-Ticket hat Italien bereits gelöst, aber der Auftritt am Freitag in Belgrad macht wegen der Sicherheits-Diskussion im Vorfeld Schlagzeilen.

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Alarmstufe rot für den Auftritt der Squadra Azzurra: Strengste Sicherheitsvorkehrungen sind in Belgrad im Hinblick auf das EM-Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Italien am Freitagabend (20.45 Uhr) ergriffen worden. Die Fußball-Verbände Italiens und Serbiens stehen seit Wochen in ständigem Austausch, um Ausschreitungen zu verhindern. Das Hinspiel in Genua musste nach heftigen Krawallen abgebrochen werden.

Tifosi, die italienischen Fans, werden aus Sicherheitsgründen nicht zum Spiel zugelassen, beschlossen die Sicherheitsbehörden in Belgrad . Tickets, die online von italienischen Anhängern erworben wurden, wurden nicht angenommen. Einzige Ausnahme ist ein Ticketpaket, bestehend aus 130 Eintrittskarten, das direkt vom italienischen Verband erworben wurde. Es gilt für Verbandsangehörige und spezielle Gäste des viermaligen WM-Champions.

Das brisante Duell in der serbischen Hauptstadt wird von der Europäischen Fußball-Union (Uefa) als Hochrisikospiel eingestuft. Am 12. Oktober 2010 war es in Genua zu schweren Krawallen gekommen, was zum Abbruch des Spiels nach nur sechs Minuten geführt hatte. Acht serbische Hooligans wurden zu Haftstrafen verurteilt. Das Spiel wurde letztendlich 3:0 für die Azzurri gewertet.

Serbiens Verband rief die heimischen Fans vor dem Vergleich am Freitag zu gutem Benehmen auf. Italiens Verbandspräsident Giancarlo Abete unterzeichnete letzte Woche mit dem serbischen Verband ein Freundschafts- und Kooperationsabkommen zur Bekämpfung der Gewalt im Fußball.

„Ich bin nicht besorgt, wir haben uns bestens auf dieses Spiel vorbereitet. Wir haben alle notwendigen Sicherheitsvorkehrungen ergriffen“, sagte Abete. „Wir werden beweisen, dass die Ausschreitungen in Genua keine Regel, sondern ein einmaliger Zwischenfall war. Die meisten serbischen Fans sind keine Hooligans“, äußerte Serbiens Sportministerin Snezana Markovic Samardzic.

Serbiens Fußballszene wird seit Jahren von Gewalt in den Stadien geprägt. Die Uefa hat bereits mehrmals drakonische Strafen verhängt. Schlägereien unter verfeindeten Hooligans sind in Serbien an der Tagesordnung. Der serbische Verband warnte vor weiteren Ausschreitungen. „Nach den Krawallen in Genua kennt die Uefa keine Gnade“, sagte ein Sprecher des Verbandes.

Uefa-Präsident Michel Platini verfolgt mit Interesse die Vorbereitungen auf das EU-Qualifikationsduell in Belgrad. „Wir sind mit den Bemühungen Serbiens im Kampf gegen Gewalt im Sport zufrieden. Das Spiel wird von uns trotzdem aufmerksam beobachtet“, sagte der Franzose Platini.

Sportlich geht es für Serbien um die Chance, in Gruppe C Platz zwei in der Tabelle hinter den für die EM 2012 bereits qualifizierten Azzurri abzusichern. Damit stünden die Serben in den Play-offs.