Galopp

9000-Euro-Pferd siegt im legendären Rennen

Über den märchenhaften Aufstieg der deutschen Stute Danedream im legendären Prix de l'Arc de Triomphe in Paris-Longchamp staunt sogar die Fachwelt.

Nach dem atemberaubenden Fünf-Längen-Sieg gilt das drei Jahre alte Pferd derzeit als die beste Galopper-Stute der Welt. 2.285.600 Euro Siegprämie sind der verdiente Lohn für die Gala-Vorstellung am Sonntag mit der schnellsten Zeit seit Gründung des Rennens. „Danedream verjagt die Rivalen und sorgt für Freude in Deutschland“, titelte die englische Fachzeitung „Racing Post“ noch am Abend des Rennens.

Das ehemalige 9000-Euro-Pferd aus Deutschland ist inzwischen viele Millionen Euro wert und eines der begehrtesten Pferde auf dem Millionen-Markt des Turfs. Interessenten kommen jedoch zu spät. Bereits in der vergangenen Woche hatte sich der japanische Investor Teruya Yoshida 50 Prozent an der Stute vom Gestüt Burg Eberstein der Familie Volz aus dem badischen Achern gesichert.

Über den Preis wurde Stillschweigen vereinbart, öffentlich ist hingegen der Preis, für den Danedream am 4. Juni 2010 an das Gestüt verkauft wurde: Bei 9000 Euro fiel damals in Iffezheim der Hammer für die Stute aus der Zucht des norddeutschen Gestüts Brümmerhof von Gregor Baum. Weil sie unscheinbar war und im Training nicht viel verraten hatte, war Danedream zur Auktion angemeldet worden.

„Ich weiß gar nicht, wo sie immer die Kraft hernimmt“, sagte Jockey Andrasch Starke, der mit 37 Jahren seinen größten Sieg feierte. „Es ist der Wahnsinn. Sie ist eine schlichtweg fantastische Stute. Ich habe gedacht, sie würde auf den letzten zweihundert Metern des Rennens fliegen. Unglaublich, dieses Gefühl.“

Der Kölner Trainer Peter Schiergen war nach dem Arc sichtlich bewegt. „Das ist die Beste, die ich je trainiert habe und dieser Sieg ist der absolute Höhepunkt meiner Trainer- und auch Jockey-Laufbahn“ meinte Schiergen. Als Jockey habe ich nie die Chance zu einem Ritt im Arc bekommen, der Sieg als Trainer entschädigt für alles.“ Für Schiergen war der Sieg auch deswegen etwas Besonderes, weil er mit Danedreams Vater Lomitas als Jockey seine größten Erfolge errungen hatte. Mit der Tochter machte er nun sein Meisterstück als Trainer.

In 2012 soll der neue Weltstar des deutschen Turfs weiterhin in Schiergens Stall in Köln trainiert werden. Irgendwann später soll sie in die Zucht nach Japan wechseln, vor allem deswegen hatte Mitbesitzer Yoshida schon frühzeitig einen Anteil erworben. Den deutschen Turf hat Danedream mit ihrem Sieg in Paris, dem zweiten eines deutschen Pferdes im Arc nach Star Appeal 1975, weit nach vorne gebracht. Die hiesigen Fans der Stute haben durch den Außenseitersieg groß Kasse gemacht. Erste Schätzungen gehen von weit mehr als einer Million Euro aus, die deutsche Wetter durch den Sieg der Stute gewonnen haben.