"Auszeit"

Die Rache des Victor Adolf Theophil von Podbielski

FC-Fans benennen eine Berliner Straße in Podolskiallee um – und bereiten damit Kölns Niederlage vor.

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Die Podbielskiallee im Berliner Stadtteil Dahlem heißt nun Podolskiallee. Fans des 1. FC Köln, die ihren Klub zum Gastspiel in die Hauptstadt begleiteten, haben das Schild im U-Bahnhof Podbielskiallee einfach überklebt und machen den Passanten seither ein O für ein Bie vor. Diese Missetat gestanden sie in einem „McKenna-Schreiben“, in Anlehnung an den Kölner Abwehrspieler Kevin McKenna.

„Pazifistisches Kommando Lilian Laslandes"

Sich selbst outeten die Täter als „Pazifistisches Kommando Lilian Laslandes“ und erinnerten damit an den früheren FC-Stürmer, der wegen seiner dramatischen Abschlussschwäche unter dem Spitznamen „Laslandesliga“ in die Historie des Vereins einging. So weit, so komisch.

Nun verloren die Kölner bekanntlich 0:3 bei Hertha BSC, und damit endet der Spaß. Die Leistung von Lukas Podolski bekräftigte, warum in der frisch nach ihm benannten Straße unter anderem das Deutsche Archäologische Institut beheimatet ist: Er spielte Fußball wie in dunklen Vorzeiten, als er noch das Trikot des FC Bayern tragen musste.

Jeder seiner Ballverluste war mit großer Wahrscheinlichkeit zudem ein später Racheakt des Victor Adolf Theophil von Podbielski, der vor 100 Jahren preußischer Generalleutnant war. Solche Leute verstehen keinen Spaß – schon gar nicht ihre sterblichen Überreste.

Der nächste Gegner des 1. FC Köln ist Hannover 96. Auch das Register der niedersächsischen Kapitale führt eine Podbielskistraße, es ist die zweispurige Schnellstraße L382. Allen Kölner Fans sei deshalb an dieser Stelle schon jetzt zur Vorsicht im Umgang mit Bahnstationen und Straßenschildern aller Art geraten: An der Podbielskistraße liegt das Alten- und Pflegeheim „Landhaus“.