Champions League

Lockerer 3:1-Erfolg – Bayern sichern sich Gruppensieg

Franck Ribery beschert den Bayern den Gruppensieg in der Königsklasse. Er traf beim 3:1 gegen Villarreal doppelt, hatte dabei aber unerwartete Unterstützung.

Der FC Bayern München hat das Achtelfinale der Champions League erreicht. Der Rekordmeister siegte gestern Abend im vorletzten Spiel der Gruppe A gegen den FC Villarreal 3:1 (2:0). In der letzten Partie bei Manchester City am 7. Dezember könnte sich der deutsche Rekordmeister sogar eine Niederlage erlauben und wäre dennoch Gruppensieger, denn die Engländer unterlagen gestern dem SSC Neapel mit 1:2 (1:1).

„Darüber sind wir glücklich in einer Gruppe, von der jeder behauptet hat, sie sei eine Mördergruppe“, sagte Torjäger Mario Gomez, der seinen sechsten Champions-League-Treffer erzielte. Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge lobte: „Wir haben unsere Gruppe gewonnen, da kann man der Mannschaft und dem Trainer nur ein Kompliment machen. Wir haben das getan, was wir tun mussten, und sind Gruppenerster geworden. Wunderbar.“

Vor 66.000 Zuschauern in der ausverkauften Allianz-Arena waren die Bayern von Beginn an die dominierende Mannschaft. Besonders im Fokus stand Arjen Robben. Trainer Jupp Heynckes ließ ihn erneut von Beginn an spielen, obwohl Robben beim 0:1 im Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund am vergangenen Wochenende enttäuscht hatte. Der Niederländer hatte zuvor knapp sieben Wochen verletzt gefehlt und sollte gegen Villarreal Spielpraxis sammeln. Nationalspieler Thomas Müller musste auf der Ersatzbank Platz nehmen. „Ich muss Arjen so schnell wie möglich an die Mannschaft heranführen“, hatte Heynckes Robbens Einsatz begründet.

Und mit dem Niederländer gelang der Mannschaft ein perfekter Start – dank eines groben Fehlers von Villarreals Verteidiger Carlos Marchena. Er spielte den Ball unbedrängt in den Fuß von Toni Kroos, der schnell reagierte und auf Franck Ribery passte. Der Franzose hob den Ball gekonnt über Torwart Diego Lopez – 1:0 (3.Minute).

Die verletzungsgeschwächten Spanier waren für die Münchner der ideale Gegner, um sich nach der Niederlage gegen Dortmund (0:1) neues Selbstvertrauen zu erspielen. Wie sagte Kroos gestern nach dem Abpfiff? „Wir wollten eine Trotzreaktion zeigen, weil wir mit dem Spiel gegen Dortmund nicht zufrieden waren.“ Die Spanier jedenfalls standen viel zu weit von ihren Gegenspielern weg, leisteten sich zahlreiche Fehlpässe und waren im Spiel nach vorn völlig harmlos. Energisch waren die Gäste nur, als sie wegen eines angeblichen Handspiels von Bayerns Kapitän Philipp Lahm Elfmeter forderten (21.) – vergeblich. Diese Mannschaft ist in der Champions League überfordert.

Besonders deutlich wurde es in der 24. Minute: Anatoli Timoschtschuk konnte völlig frei auf den Strafraum zulaufen und schießen. Der Ball prallte an den Pfosten und zurück in den Strafraum, doch Villarreals Verteidiger blieben stehen. Mario Gomez schob den Ball zum 2:0 ins Tor. Die Partie schien frühzeitig entschieden.

Kaum Arbeit für Manuel Neuer

Es war jetzt zunächst wie im Trainingsspiel: Die Bayern kombinierten gefällig und schonten sich für das nächste Bundesligaspiel am Sonntag beim FSV Mainz 05. Robben („Es war wichtig, wieder auf dem Platz zu stehen und Rhythmus zu bekommen“) hatte auf der rechten Außenbahn alle Freiräume und Toni Kroos war anzumerken, dass er viel lieber im zentralen als im defensiven Mittelfeld spielt. Er verteilte die Bälle und war die souveräne Schaltzentrale im Bayern-Spiel. Villarreal prüfte Manuel Neuer nur einmal, den Schuss von Borja Valero lenkte der Torwart aber über das Tor (40.).

Matthias Sammer , DFB-Sportdirektor und einst Meistertrainer in Dortmund, sah als Grund für die Münchner Stärke ausgerechnet die Niederlage voriges Wochenende gegen die Borussen an. „Ich glaube, dass das Spiel wichtig war – als Lernprozess, auch für die Entwicklung“, sagte Sammer bei „Sky“: „Ich glaube, dass es lange Zeit fast zu gut lief spielerisch.“

Gestern Abend brachten die Bayern sich dann noch einmal selbst zeitweise in die Bredouille. Ein Fehlpass von Kroos landete bei Joan Oriol, der zum Vorbereiter für den Anschlusstreffer durch Jonathan de Guzman wurde (50.). In der Folge wurden die Spanier stärker. Doch keine 20 Minuten später war es Kroos, der seinen Fehler ausmerzte: Mit Übersicht passte er zu Ribery, der überlegt Villarreals Torhüter Lopez umkurvte und den Ball dann ins leere Tor schob – das 3:1 (69.). Fazit von Trainer Heynckes nach dem vorletzten Spiel in Gruppe A: „Es war ein souveräner Durchmarsch.“