"Auszeit"

Katar bringt uns den Weltfrieden – mit Tischtennis

Bis zur Fußball-WM 2022 soll der Wüstenstaat in hellem Licht strahlen. Den Scheichs ist für die Imagepflege jedes Mittel recht.

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Ein Gutes hat das als "Qatar Peace and Sport Cup" titulierte Tischtennisturnier, das jetzt in der Hauptstadt Doha stattfindet, allemal: Es gab keinen Konkurrenten, den die Scheichs beim Kampf um den Zuschlag mit dicken Geldbündeln hätten ausstechen müssen.

Also kam das Land am Persischen Golf, das selbst kaum größer ist als eine Tischtennisplatte, ohne größeres Korruptionsgetöse zum mit 100.000 Dollar dotierten Event und rühmt sich seither hemmungslos als "Promoter für den Frieden in der Welt".

Auf dem Weg zum atomwaffenfreien Planeten

Um keine Zeit auf den Weg zum atomwaffenfreien Planeten zu verlieren, werden nur Doppel und keine Einzel gespielt; Letztere sind ohnehin überschätze Ego-Veranstaltungen für Selbstverliebte. Nordkoreaner treten also Seite an Seite mit Spielern aus Südkorea an.

Die politisch verfeindeten Nationen Indien und Pakistan schicken ein binationales Friedensdoppel an die Platte. Nur das iranische Team hat seine Teilnahme ohne Angabe von Gründen abgesagt. Die US-Spieler hatten sich schon auf die neue Ping-Pong-Achse des Guten gefreut, müssen nun aber mit ihren alten Freunden aus Russland vorliebnehmen.

Natürlich dient der "Qatar Peace and Sport Cup" in erster Linie der Imagepflege des Wüstenstaates bis zur Fußball-WM 2022. Neun, mit vermeintlichen Wohltaten prall gefüllte Jahre stehen uns noch bevor. Schon jetzt ist Gerüchten zufolge die prächtigste Suite in Doha reserviert – und zwar für David Hayes Friedensgipfel mit den Klitschko-Brüdern.

Schon bei der EM 2012 sollen dann auf Initiative der Katarer hin deutsche und spanische Fußballspieler in einer gemischten Mannschaft antreten. Damit sie sich nicht wieder gegenseitig den Titel wegnehmen.