Eiskunstlauf

Sawtschenko/Szolkowy nach Kürpatzern auf Rang drei

Sein Name ist Axel, Wurf-Axel. Dreifach gedreht ist er für Aljona Savchenko und Robin Szolkowy seit Wochen ein unbezwingbarer Gegner.

Und bei der zur Grand-Prix-Serie zählenden NHK-Trophy am Wochenende in Sapporo auch Ausgangspunkt der ersten Niederlage seit 20 Monaten für die Paarlauf-Weltmeister.

Konnten die Chemnitzer beim Saisonauftakt vor drei Wochen in den USA den kapitalen Sturz der gebürtigen Ukrainerin bei der spektakulären Höchstschwierigkeit im Kurzprogramm noch mit einer sehenswerten Kür ausgleichen, nahmen sie in Japan die Verunsicherung mit in die Entscheidung. Und sie machten viele ungewohnte Fehler, die sie bis auf den dritten Platz zurückwarfen, die erste Niederlage seit 20 Monaten.

„Wir wollten besser laufen als im Kurzprogramm, aber leider war es umgekehrt. Manchmal gibt es solche Tage, und das ist uns passiert", sagte Szolkowy anschließend mit traurigem Gesicht. Der Sachse wirkte auf dem Eis besonders verunsichert, sprang den geplanten doppelten Toe-Loop gleich zweimal nur einfach und patzte bei einer neuen Hebung. Aber auch seine Partnerin war nicht in Bestform, sprang den Doppel-Axel lediglich einfach und landete am Schluss den dreifachen Wurf-Salchow auf zwei Füßen.

Trainer Ingo Steuer allerdings ist und bleibt der Meinung, dass seine Schützlinge den dreifachen Wurf-Axel brauchen, um im Hinblick auf die Olympischen Winterspiele 2014 in Sotschi konkurrenzfähig zu bleiben: „Die Konkurrenz schläft nicht, wir müssen immer hellwach sein." Und auch Savchenko versicherte tapfer, auch im schon reiferen Paarlauf-Alter von 27 Jahren noch dazulernen zu können.

Für das langfristige Fernziel Olympiasieg nimmt der Coach der Europameister kurzfristige Niederlagen in Kauf. Niederlagen wie in der Olympiastadt von 1972 gegen Paare, die seinen Schützlingen läuferisch und choreographisch nicht das Wasser reichen können. Immerhin: Rang drei hinter Yuko Kawaguti und Alexander Smirnow aus Russland und den Japanern Narumi Takahashi und Mervin Tran reichte, um sich sicher für das Grand-Prix-Finale Anfang Dezember in Quebec zu qualifizieren.

Weit schlimmer erging es da Brandon Mroz. Am Samstag schrieb der US-Amerikaner Eiskunstlauf-Geschichte und stand den ersten vierfachen Lutz in einem offiziellen ISU-Wettbewerb. Nur 24 Stunden später brach der 20-Jährige in der Kür völlig ein und belegte nur den neunten und letzten Platz, auch das Grand-Prix-Finale ist für ihn außer Reichweite.

Gleiches gilt auch für die deutschen Eistanz-Meister Nelli Ziganschina und Alexander Gazsi aus Oberstdorf, die in Sapporo als Vierte aber nicht enttäuschten. Beste Eistänzer waren Maja und Alex Schibutani aus den USA, in den Einzelkonkurrenzen gingen die Siege an die Japaner Daisuke Takahashi und Akiko Suzuki.

Die Grand-Prix-Serie wird am kommenden Wochenende in Paris fortgesetzt. Ohne deutsche Beteiligung, nachdem sich die deutsche Meisterin Sarah Hecken aus Mannheim einer Operation am Fuß unterziehen musste.