"Auszeit"

Chiles Fußballer und ein Ahlenfelder Herrengedeck

Fünf betrunkene Chilenen dürfen nicht mehr für das Nationalteam auflaufen. Dabei setzten sie nur eine alte Tradition fort.

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Wer im schönen Bremen in einem Vereinslokal einen Ahlenfelder bestellt, der bekommt ein Gedeck, bestehend aus Malteser Korn und ein Pils. Da braucht man meist gar keine lange Erklärung, Ahlenfelder ist Automatismus. Das hängt mit einem Schiedsrichter zusammen und Alkohol, von dem hier die Rede sein soll.

Wolf-Dieter Ahlenfelder hat nämlich 1975 erst in Bremen eine ziemlich fettige Gans gegessen, sie dann mit ordentlich Maltester und Bier runtergespült und anschließend die Partie Werder gegen Hannover 96 geleitet. Zumindest versucht hat er es. Das erste Mal pfiff er nach 32 Minuten zur Halbzeitpause, aus seiner Sicht war es genug. Irgendwie kam er dann kurz zur Besinnung, ließ weiterspielen und beorderte die Spieler etwa 90 Sekunden zu früh in die Kabine.

„Junge, steh auf, die Rasenheizung ist nicht an“

Dem bierseligen Oberhausener verdanken wir auch den Satz „Junge, steh auf, die Rasenheizung ist nicht an“, wenn ein Spieler mal mit schmerzverzerrtem Gesicht auf den Boden lag. Aber das ist ein anderes Thema, wir wollen ja beim Fußball und Alkohol bleiben. Also sei noch der aktuelle Vorfall aus Chile erzählt. Da flogen fünf Nationalspieler aus dem Team, weil sie sich erst bei einer Taufe und anschließend auf der Pferderennbahn ordentlich einen genehmigt hatten. Chiles Trainer Claudio Borghi klagte, sie seien „nicht mal in der Lage gewesen, sich zu verteidigen“.

Da ist schlecht, denn eine gute Ausrede schadet nicht. Ein weißrussischer Schiedsrichter begründete seine schräge Körperhaltung mal mit einem „alten Rückenleiden“. Weil er die Partie ab der 70.Minute aber beharrlich nur noch vom Mittelkreis aus leitete, wurden einige stutzig. Ein Alkoholtest ergab 2,6 Promille. Ein Ahlenfelder ist nichts dagegen.