EM-Play-offs

Chance zur Revanche für Bosnien gegen Portugal

Jetzt will es Bosnien-Herzegowina wissen. In den Play-offs zur WM 2010 scheiterte das Dzeko-Team an Portugal. Die Türkei kämpft gegen Kroatien um das EM-Ticket.

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Hammerlose für die Türkei und Portugal, vermeintlich leichte Aufgaben für Giovanni Trapattonis Iren und Tschechien: Während „Trap“ angesichts des Play-off-Spiels gegen Außenseiter Estland fast schon für die EM 2012 in Polen und der Ukraine planen kann, müssen die Türken gegen das topgesetzte Kroatien und die Portugiesen um Superstar Cristiano Ronaldo gegen Bosnien-Herzegowina um die Teilnahme an der Endrunde zittern.

Auch Tschechien hat bei der Auslosung der Ausscheidungsspiele (11./12. und 15. November) in Montenegro einen machbaren Kontrahenten erwischt.

Als die polnische Fußball-Legende Zbigniew Boniek im noblen Sheraton Hotel in Krakau den Zettel mit der Aufschrift „Croatia“ aus dem Lostopf angelte, musste der türkische Delegierte kurz schlucken. Die „Vatreni“ (Feurigen) sind gemessen am für die Setzliste grundlegenden Uefa-Koeffizienten der schwerste mögliche Gegner.

Für den in der Türkei heftig kritisierten Nationaltrainer Guus Hiddink, der in der Ausscheidung für die WM 2010 mit Russland noch an Slowenen gescheitert war, gelten die Play-offs als Endspiele um seinen Job.

„Kroatien hat Einzelspieler von hoher Qualität. Aber wir werden im November eine viel bessere Mannschaft sein und weiterkommen“, sagte Hiddinks Assistent Oguz Cetin. Auch Hiddinks kroatischer Kollege Slaven Bilic steht unter Druck. „Wir sind bereit für die Türken, aber nicht glücklich mit der Auslosung. Das ist für uns eine schwierige Aufgabe“, sagte dessen Co-Trainer Aljosa Asanovic. Die Türken treten zunächst zu Hause an.

Portugal mit guten Erinnerungen

Portugal muss zunächst nach Bosnien reisen - und hofft auf eine Wiederholung des Erfolgs von 2009. Damals gewannen Ronaldo und Co. gegen Bosnien mit dem damaligen Wolfsburger Edin Dzeko zweimal knapp mit 1:0 und qualifizierten sich auf den letzten Drücker noch für die WM in Südafrika.

„Wir werden bei der EM dabei sein, ganz sicher“, versprach Stürmer Nuno Gomes. Carlos Godinho, der technische Direktor der Portugiesen, war etwas skeptischer: „Das ist nicht der Gegner, den wir gewollt haben. Das erste Spiel auswärts zu haben, ist ein Vorteil. Ein schwieriges Duell. Die Bedingungen im Stadion dort sind nicht die besten.“

Für Vedad Ibisevic von 1899 Hoffenheim war das Los ein Schock. „Unglaublich! Wir müssen schauen, wie wir das schaffen“, sagte er, und ergänzte kleinlaut: „Ich bin schon der Meinung, dass Ronaldo bei der EM dabei sein muss.“

Irland zuerst auswärts

Trapattonis Iren reisen zunächst nach Estland, ehe sie in Dublin alles klar machen und erstmals seit 1988 wieder zu einer EM fahren können. Tschechien, einziger früherer Europameister (1976 als Tschechoslowakei) in den Play-offs, spielt zuerst zu Hause, ehe die Mannschaft um den ehemaligen Dortmunder Tomas Rosicky in Podgorica um das Ticket für die EM streitet.

Neben den Gastgebern Polen und Ukraine haben sich bereits Titelverteidiger Spanien, der dreimalige Europameister Deutschland, Italien, Frankreich, die Niederlande, Griechenland, England, Dänemark, Russland und Schweden als bester Gruppenzweiter für die Endrunde (8. Juni bis 1. Juli 2012) qualifiziert.

Die Auslosung der EM-Vorrundengruppen findet am 2. Dezember in Kiew statt. Die deutsche Mannschaft befindet sich dann in Lostopf zwei. Im schlimmsten Fall droht eine Gruppe mit Spanien, Portugal und Frankreich.