"Auszeit"

So einen Scheiß soll Tranströmer erst mal bauen

Florian Haupt

Foto: dpa / dpa/DPA

Zlatan Ibrahimovic fügt sich erfolgreich in die Reihe schwedischer Autoren ein. Anders als Nobelpreisträger Tranströmer verwendet er einen umgangssprachlichen Duktus.

Zlatan Ibrahimovic ist in Schweden zum sechsten Mal als „Fußballer des Jahres“ ausgezeichnet worden. Dass er in Stockholm dereinst auch die höchsten Weihen der Schriftstellergilde erfährt, darf eher als unwahrscheinlich gelten – aber das liegt dann nur daran, dass sie es beim Literatur-Nobelpreis halt nicht so mit der Alltagsunterhaltung haben. Oder auf welcher Position hat dieser Tomas Tranströmer noch mal gespielt?

Seinen Ferrari auf 325 km/h beschleunigt

„Ibra“ spielt nicht nur Mittelstürmer beim AC Mailand, er führt auch die Bestseller-Listen in seiner Heimat an, dabei gibt es sein Opus „Ich bin Zlatan Ibrahimovic“ bislang nur im Vorverkauf. Der wenig originelle Titel wird durch den bisher bekannten Inhalt mehr als aufgewogen.

„Ich habe soviel Scheiß gebaut, dass ich kaum wage, mich an alles zu erinnern“, schreibt der Autor und erinnert sich zum Beispiel an ein Rennen mit der Polizei.

Ibrahimovic hat aus diesem Anlass seinen Ferrari auf 325 km/h beschleunigt. Da will der potenzielle Leser natürlich gleich wissen, ob die Staatsmacht in ihren polizeiüblichen Wagen noch hinterher gekommen ist.

Pep Guardiola fehlt etwas

Wer hierzulande schon die Autobiografie von Philipp Lahm als respektlos empfand, sollte diesen Artikel jetzt nicht mehr weiterlesen.

Denn Ibrahimovic schreibt über diesen oder jenen Ex-Trainer nicht nur, er sei da vielleicht in der einen oder anderen Frage nicht auf dem neuesten taktischen Stand gewesen. Ibrahimovic schreibt über seinen ehemaligen Coach Guardiola: „Du hast keine Eier… - f*** dich!“

Das habe er ihm mal gesagt. Einfach so. So einen Scheiß soll der Tranströmer erst mal bauen.