Kolumne "Auszeit"

Englands Profis haben bei der EM Lust aufs Ausziehen

Sex, Fußball und ein reichlich anzüglicher Kalender:? Warum sich Englands Fußballer ganz besonders auf? ihr EM-Quartier in Krakau freuten

Foto: AFP

Die Lust der Engländer auf die Fußball-EM könnte nicht größer sein. Sex im verschwitzten Trikot der Nationalmannschaft. So muss assoziiert werden, wenn die Macher des britischen Boulevardblatts „The Sun“ fiebrigen Blicks schlagzeilen: „England zieht für Euro 2012 in Strip-Club ein.“

Stimmt im weitesten Sinn. England bezieht sein Trainingslager im Revier des polnischen Viertligavereins Hutnik Krakau. Um den klammen Traditionsklub vor dem Verfall zu retten, zogen ein paar Frauen fürs Kalenderblatt blank. Es waren keine leichten Mädchen, die noch leichter bekleidet posierten, sondern treue Hutnik-Fans. 35 Zloty pro Kalender wandern in die Mannschaftskasse.

Was für ein Affärchen, wenn da nicht Großbritanniens gespanntes Verhältnis zur Erotik wäre, das zwischen Verklemmung und hemmungsloser Lüsternheit heftig schwankt. Sexverbote im WM-Trainingslager stehen gierigen Eskapaden von Sven-Göran Eriksson über David Beckham bis John Terry und Wayne Rooney diametral gegenüber. Und während Oliver Bierhoff auf der Titelmission nur das bequemste aller Quartiere im Sinn hat, setzt sein englischer Amtskollege Adrian Bevington andere Prioritäten. Die „Three Lions“ wollen sich ganz auf die „Kultur des Landes einlassen“.

Es sieht so aus, als bräuchten Fabio Capellos Mannen kein Elfmeterschießen und keine Wags („Wives and Girlfriends“ – die Ehefrauen und Freundinnen der Spieler), um bei der EM grandios zu scheitern. Hutniks offenherzige Fans werden es schon richten.