Erfolgreiche Taktik

Klopps schmutziger Systemwechsel beim BVB

Der Heimsieg gegen Piräus war ein für Dortmunder Verhältnisse völlig untypisches Spiel. Klopps Team gewann mit nüchternem Ergebnisfußball.

Selbstkritik soll bekanntermaßen der erste Weg zur Besserung sein. Und davon gab es vor dem für Borussia Dortmund so wichtigen Gruppenspiel gegen Olympiakos Piräus reichlich. Seine Spieler hätten Fehler gemacht und er selbst auch, hatte Jürgen Klopp ungewöhnlich offen eingeräumt. Bei nur einem Punkt aus den vorausgegangenen Spielen keine allzu sensationelle Erkenntnis. Trotzdem war es bemerkenswert, dass sich Klopp erstmals öffentlich zu seiner Mitverantwortung bekannte.

Diesmal wollte der Coach alles anders und vor allem erfolgreicher machen. Er verordnete seiner Mannschaft einen Systemwechsel, stellte sie deutlich defensiver ein.

Die Folge war ein für Dortmunder Verhältnisse völlig untypisches Spiel: Nach der Führung durch Kevin Großkreutz wurde das Pressing fast völlig eingestellt. Wo zuvor frischer Angriffsfußball geboten wurde, regierte nun die Vorsicht und auch bisschen die Angst. Statt brasilianisch anmutenden Kurzpässen gab es lange und schmutzige Bälle. Attraktivität wich nüchternem Ergebnisfußball.

Doch die Borussen, die sich zuvor mit Naivität und Blauäugigkeit in eine denkbar schlechte Ausgangsposition manövriert hatten, konnten so am Ende mit dem 1:0 ihren ersten-Champions League-Sieg feiern . Es war holprig und zäh. Aber am Ende stand diesmal eben ein Erfolg. Diesmal starben sie eben nicht in Schönheit.

Jürgen Klopp und seine Jungs haben gelernt, dass man die Königsklasse nicht erstürmen kann. Diese Erkenntnis ist, selbst wenn sie vielleicht zu spät gekommen ist, für die Entwicklung der Mannschaft Gold wert.

Dass sie besser Fußball spielen kann, weiß sowieso jeder.