"Auszeit"

Mit Zank und Streit kommt man nicht weit

Jens Hungermann

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Die Frauen-Fußballtrainer Bernd Schröder und Silvia Neid wollen sich wieder vertragen. Ob dabei die Lektüre von Ratgeber-Literatur geholfen hat, darüber schweigen beide.

Krach zwischen Mann und Frau ist nicht nur lästig, er kann auch teuer werden, wenn man(n) nicht aufpasst. Sagt er nach dem Streit generös: „Komm, lass uns den Mantel der Versöhnung drüber werfen!“ Daraufhin sie: „Nerz oder Chinchilla?“

Versöhnung, das bedeutet oft Überwindung. Dem einen fällt's leichter, dem anderen schwerer, und wenn man Amazon.de glauben darf, gibt es hilfreiche Ratgeber zum Thema „Rauchen lernen“ …also, rauchen von Friedenspfeifen natürlich. „Versöhnung lernen – Versöhnung leben: Wege zu inneren Freiheit“ heißt etwa der Titel eines Buches zur Stichwortsuche. Aber Achtung: Stand Donnerstagnachmittag waren nur noch zwölf Exemplare auf Lager – oder immer noch, je nach Betrachtungsweise.

Mantel des Schweigens darüber legen

Ob sich auch Bernd Schröder und Silvia Neid zwei Exemplare gesichert haben, ist nicht überliefert. Fakt aber ist: Der grantige Trainer von Frauenfußball-Bundesligaklub Turbine Potsdam und die Trainerin der Frauen-Nationalmannschaft haben sich getreu dem Motto „Mit Zank und Streit kommt man nicht weit“ in einem persönlichen Gespräch ausgesöhnt, nachdem aus dem WM-Sommer giftige Kommentare wie „Frau Neid ist nicht therapierbar“ überliefert waren und der Vorwurf im Raume stand, Neid meide Brandenburgs Landeshauptstadt und deren erfolgreichen Fußballklub bewusst (was sie dementierte).

Wohl auch beseelt vom 10:0 seiner Elf in der Champions League gegen Glasgow City, sprach also Schröder einen abschließenden Satz zum Thema: „Wir sollten jetzt den Mantel des Schweigens darüber legen und wieder Freunde sein.“ Billiger als der Mantel der Versöhnung ist das allemal. Siehe oben.