"Auszeit"

Sorry, Carlitos, aber hör auf Elton John!

Stürmer Tevez mag sich für seinen Trotz partout nicht bei Trainer Roberto Mancini entschuldigen. Dabei genügt schon ein Wort, um die Verbannung aufzuheben.

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Grundsätzlich betrachtet, begann das Problem mit dem Wörtchen Sorry schon bei Adam und Eva. Als Gott Adam zum Sündenfall befragte, entschuldigte der sich mit Verweis auf Eva, die sich wiederum mit Verweis auf die Schlange entschuldigte. Das Ende vom Anfang ist bekannt: Schuld will nie jemand gern sein.

Männern kommt ein „Tut mir leid“ ohnehin seltener über die Lippen als Frauen. Forscher der kanadischen Universität Waterloo haben es nachgewiesen. Quintessenz ihrer Studie: Männer haben schlicht eine höhere Empfindungsschwelle für Dinge, die sie als unangebracht oder beleidigend empfinden. Der Psychologe Thomas Gilovich von der Cornell-Universität hat aber in einem Versuch mit Studenten auch herausgefunden, welche Rolle es spielt, ob eine Entschuldigung als aufrichtig empfunden wird oder erzwungen ist. Ergebnis: praktisch kaum eine.

„Sorry seems to be the hardest word“

Das ist Carlos Tevez' Chance! Ende September war der Stürmer bei Manchester City in Ungnade gefallen, weil er im Spiel gegen Bayern München bockig seine Einwechslung verweigert hatte. Jetzt bot ihm Trainer Roberto Mancini die Begnadigung an: „Sorry ist ein einfaches Wort. Wenn er um Entschuldigung bittet, wird wieder alles sein wie vorher.“

Doch Tevez sträubt sich, was uns einen Ohrwurm beschert: „Sorry seems to be the hardest word“. 1976 schmachtete Elton John: „Es ist traurig, so traurig. / Es ist eine traurige, traurige Situation. / Und sie wird immer absurder.“ Vielleicht hilft Tevez der Verweis auf die Anzahl der Nennungen ausgewählter Wörter von zum Tode verurteilten und später hingerichteten Personen in Texas zwischen 1976 und 2009: Hinter „Liebe“ (630 Nennungen) und „Danke“ (243) folgt schon „Entschuldigung“ (211).

Sorry, sollte dieser Hinweis etwas despektierlich wirken.