Baseball

St. Louis Cardinals gewinnen World Series

Das unglaubliche Comeback der St. Louis Cardinals wurde mit dem Titel in der Major League Baseball gekrönt. Das Team setzte sich in der World Series gegen die Texas Rangers durch.

In der Bier-Bastion St. Louis war die Stimmung überschäumend, Texas Rangers-Edelfan Dirk Nowitzki dagegen nur noch perplex. Während die Cardinals nach dem 6:2 im siebten und entscheidenden Finalspiel der World Series überschwänglich den elften Meistertitel der Major League Baseball (MLB) feierten und eine nie dagewesene Comeback-Story krönten, blieb für die Texas Rangers wie schon 2010 nur die Rolle der Gratulanten übrig. „Ich kann es immer noch nicht glauben, dass die Rangers verloren haben“, twitterte Nowitzki. Der deutsche Basketball-Star der Dallas Mavericks hatte mit den Rangers, die im Vorjahres-Finale den San Francisco Giants unterlagen, mitgefiebert und mitgelitten: „Zwei Jahre nacheinander - das ist hart. Trotzdem Glückwunsch zu einer fantastischen Saison.“

Die „Dallas Morning News“ titelte schonungslos: „Nahe dran ist nicht gut genug: Rangers warten nach 51 Jahren immer noch auf einen Titel“. Es werde eine Weile dauern, bis man diese Niederlage verdaut habe, betonte Rangers First Baseman Michael Young nach der schmerzhaften Niederlage am Freitagabend. Auch in St. Louis werden sie noch einige Tage zu tun haben, diese sagenhafte Erfolgsgeschichte zu verarbeiten. 31 Spiele vor Saison-Schluss lagen die Cardinals abgeschlagen mit 10,5 Siegen hinter den Atlanta Braves zurück. Die Playoffs schienen Utopie.

Als noch fünf Partien zu absolvieren waren, betrug der Rückstand immer noch drei Siege. Und dennoch flogen die Kardinäle aus der Mississippi-Metropole auf der Zielgeraden noch an den Braves vorbei in die K.o.-Runde. „Wir sind einfach eine Schicksals-Gemeinschaft, anders kann man es nicht ausdrücken. Die Baseball-Götter waren auf unserer Seite“, sagte Outfielder Skip Schumaker.

Wie er konnte beim Champion niemand so richtig beschreiben, was die Mannschaft geleistet hat. „Fantastisch“, war von vielen zu hören. Was die Comeback-Cardinals geschafft haben, war in der ruhmreichen und an Helden-Epen keinesfalls armen 106-jährigen World Series-Geschichte noch keinem Team gelungen. Im neunten und zehnten Inning des sechsten Finalspiels hatte Rangers-Pitcher Scott Feldman jeweils nur noch ein Strike Out gefehlt und Dallas hätte vier Monate nach der Meisterparade von Nowitzki und Co. eine zweite Siegesfeier gehabt.

Selbst Cardinals-Coach Tony LaRussa, der in seinen 33 Trainer-Jahren schon alles erlebt hat, sagte seinen Spielern bereits, dass sie sich bei den Fans bedanken sollten, weil er nicht mehr an eine Wende glaubte. Lokalmatador David Freese gelang dann jedoch der entscheidende Homerun zum 10:9-Sieg, der die siebte Partie erst möglich machte. LaRussa feierte ungläubig den drittel Titel seiner Karriere. Die „New York Times“ schlug vor, sein Leben müsste verfilmt werden.

25,4 Millionen TV-Zuschauer, so viele wie seit 2004 nicht mehr, waren nach dem 6:2-Triumph Zeugen, wie gestandene Männer wie kleine Kinder durch die Gegend hüpften, während Feuerwerk und Konfetti den Himmel über dem Busch-Stadion füllten. Mitten in der jubelnden Menge war ein Plakat zu sehen, dessen Aufschrift wie ein perfekter Schluss-Satz des Cardinals-Coups klingt: „Wir brauchen mehr Finger für unsere Meisterschaftsringe.“