Leichtathletik

Frankfurt-Marathon: Kipsang verpasst den Weltrekord

Afrikas Lauf-Asse lassen die 30. Auflage des Frankfurt-Marathons mit Weltklassezeiten erstrahlen. Zwei deutsche Frauen knacken die Olympia-Norm.

Wilson Kipsang trauerte nach seinem grandiosen Parforceritt durch die Hochhausschluchten von Frankfurt dem knapp verpassten Weltrekord nach, Sabrina Mockenhaupt vergoss trotz geschaffter Olympia-Norm bittere Tränen der Enttäuschung. Nach 42,195 Kilometern fehlten dem Kenianer am Sonntag lediglich vier Sekunden zur fünf Wochen alten Bestmarke seines Landsmannes Patrick Makau. Für seinen Sieg bei der 30. Auflage des Frankfurt-Marathons in der Streckenrekordzeit von 2:03:42 Stunden kassierte Kipsang wie Frauen-Siegerin Mamitu Daska aus Äthiopien (2:21:59) 95.000 Euro.

Mockenhaupt erreichte nach 2:28:08 Stunden als Neunte das Ziel auf dem roten Teppich in der Festhalle, wo sie völlig erschöpft zusammenbrach und auf einer Trage zur medizinischen Versorgung gebracht werden musste. „Ich war zu verbissen und habe nach Kilometer 34 mit dem Mann mit dem Hammer kämpfen müssen“, berichtete sie.

Die Langstreckenspezialistin von der LG Sieg verfehlte die von ihr angepeilte Bestzeit von 2:25 Stunden deutlich und war entsprechend frustriert. „Ich habe alles riskiert, viel verloren – aber immerhin die Olympia-Norm gewonnen. Das ganze Jahr war schon verkorkst. Aber es kommen wieder bessere Tage. Ich höre nicht auf, bis ich die 2:25 knacke“, meinte Mockenhaupt.

Happy war dagegen Susanne Hahn. Bei ihrem Comeback nach Babypause unterbot die Saarbrückerin in der persönlichen Bestzeit von 2:28:49 Stunden als Elfte ebenfalls deutlich die vom Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) geforderte London-Vorgabe (2:30:00). „Ich hatte noch nie so ideale Bedingungen. Das Publikum war toll, die Strecke flach – es hat alles gepasst“, sagte Hahn.

Da Irina Mikitenko die Norm schon erfüllt hatte, werden drei deutsche Läuferinnen beim olympischen Marathon vertreten sein. Bei den Männern sieht es dagegen noch zappenduster aus. André Pollmächer war zur Halbzeit mit 1:05:56 Stunden zwar gut auf Kurs, musste aber dem Tempo Tribut zollen und stieg entkräftet und enttäuscht aus. Jan Fitschen kam als bester Deutscher in 2:15:40 Stunden auf Platz 32 und verfehlte die Norm (2:12:00) deutlich.

Immerhin verbesserte der 10 000-Meter-Europameister von 2006 seine persönliche Bestzeit um knapp fünf Minuten. „Ich bin erleichtert und glücklich, dass es so geklappt hat. Ich weiß natürlich, dass mir noch Welten zur Olympia-Norm fehlen. Aber die bleibt das Ziel. Ich muss im nächsten Jahr einen weiteren Quantensprung machen“, erklärte der Wattenscheider.

Bei besten Witterungsbedingungen um 13 Grad ohne Wind ging das Rekord-Teilnehmerfeld von 15 000 Läuferinnen und Läufer auf die Strecke. Die „Hasen“ hielten das Tempo von Beginn an für Titelverteidiger Kipsang hoch. Bei Kilometer 15 lagen 13 Athleten mit einer Durchgangszeit von 44:59 Minuten auf Weltrekordkurs. Am Ende fehlte Kipsang der berühmte Wimpernschlag. „Ich bin mit der Zeit trotzdem absolut glücklich. Die Renneinteilung hat fantastisch gepasst“, sagte der 29-Jährige und kündigte die nächste Weltrekord-Hatz an: „Im nächsten Jahr werde ich es wieder probieren.“