Kurioses Training

Vettel wird in Indien vom Staub ausgebremst

Der neue Formel-1-Kurs in Indien verlangt den Piloten viel ab, stößt aber auf große Begeisterung. Ferrari-Pilot Massa kam mit den Bedingungen am besten zurecht und wurde vor Weltmeister Vettel Tagesschnellster.

Ausgebremst vom Staub hat Doppel-Weltmeister Sebastian Vettel die erste Tagesbestzeit auf dem neuen Formel-1-Kurs in Indien nur haarscharf verpasst. Zwar ließ sich der Red-Bull-Star am Freitag im Training nicht von streunenden Hunden beeindrucken, musste sich aber hinter Felipe Massa und vor dessen Ferrari-Kollegen Fernando Alonso mit Platz zwei begnügen. „Es ist nicht immer ganz einfach, die Ideallinie zu treffen bei dem vielen Staub. Das wird etwas sein, womit wir das ganze Wochenende zu tun haben“, bemerkte der Champion aus Heppenheim nach seinen ersten Runden auf dem neuen Buddh International Circuit.

Die Strecke in Greater Noida hielt dem ersten Belastungstest vor der Grand-Prix-Premiere am Sonntag (10.30 Uhr MEZ/Sky und RTL) stand und verlangte den Fahrern viel ab. Ein ständiges Auf und Ab, viele Kurven, eine lange Gerade, auf der Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 320 Kilometern pro Stunde erreicht werden sollen: Der Kurs aus der Feder des deutschen Architekten Hermann Tilke hat es den Fahrern angetan. „Das Auf und Ab macht am meisten Spaß“, sagte Vettel. „Die Strecke ist fantastisch“, urteilte McLaren-Fahrer Lewis Hamilton.

Allerdings trübte eine erneute Strafe das Vergnügen des Briten. Weil er im Auftakttraining Gelbe Flaggen missachtet hatte und zu schnell war, versetzten ihn die Rennkommissare für Sonntag um drei Startplätze nach hinten. Das gleiche Schicksal ereilte den mexikanischen Sauber-Fahrer Sergio Perez.

Probleme bereiteten allen Fahrern der Smog und vor allem die dicke Staubschicht auf dem Asphalt. Damit nicht genug: Wilde Hunde hatten beim Morgen-Training eine Unterbrechung von mehreren Minuten erzwungen.

Gar nicht rund lief es bei Mercedes. Nico Rosberg als 19. und Michael Schumacher als 21. fuhren in der zweiten Einheit Zeiten wie Hinterbänkler Timo Glock (Marussia Virgin), der dazwischen 20. wurde. „Wir kamen aus verschiedenen Gründen nicht richtig in Gang. Am Samstag müssen wir vor allem am Setup arbeiten“, kritisierte Rekord-Weltmeister Schumacher, dem sechs Sekunden auf Massa fehlten. Adrian Sutil vom Heimteam Sahara Force India wurde Siebter.

Bitter wurde es für Glocks Teamkollegen Jerome d'Ambrosio, der in die Streckenbegrenzung krachte und seinen Dienstwagen demolierte. In der ersten Einheit hatten Pastor Maldonado (Williams) und Jaime Alguersuari (Toro Rosso) auf der staubigen Fahrbahn Dreher hingelegt.

Die Indien-Premiere ist das drittletzte Rennen der Saison. Sowohl die Einzel- als auch die Team-WM ist bereits zugunsten von Vettel und

Red Bull entschieden. Der 24-Jährige liegt in der Gesamtwertung mit 349 Punkten uneinholbar vor McLaren-Pilot Jenson Button (222). Red Bull hat es sich nun zum Ziel gesetzt, Vettels Teamkollegen Mark Webber noch auf Platz zwei zu führen. Der Australier liegt aktuell mit 209 Punkten auf Rang vier, wurde im Training aber nur Fünfter.

„Wenn man Mark helfen kann, wird man da mit Sicherheit drüber nachdenken“, sagte selbst Vettel Hilfe zu. Dabei hofft der ehrgeizige Hesse insgeheim noch darauf, mit drei Siegen den Rekord von 13 Saisonerfolgen seines Freundes Schumacher aus dem Jahr 2004 einzustellen. Erst am Donnerstag hatte Vettel seinen Ehrgeiz abseits der Strecke unter Beweis gestellt. Der 24-Jährige trat bei einem Show-Event gegen Motorsport-Direktor Paul Hembery von Reifenlieferant Pirelli in einem Reifenwechsel-Wettbewerb an – und gewann souverän