Doping

Keine nächtlichen Kontrollen in Spanien

Die für ihre lasche Anti-Doping-Politik häufig kritisierten Spanier haben ihre Kontrollregeln weiter aufgeweicht.

Spanische Sportler müssen in der Nacht keine Dopingkontrollen über sich ergehen lassen. Der Oberste Gerichtshof in Madrid erklärte eine Regelung für ungültig, die nächtliche Dopingtests zugelassen hatte. Die Richter gaben nach Medienberichten vom Mittwoch damit einem Einspruch des spanischen Verbandes der Radprofis statt.

Spaniens Anti-Doping-Gesetz hatte bereits in seiner ursprünglichen Version Kontrollen außerhalb von Wettbewerben in der Zeit zwischen

23.00 und 6.00 Uhr für unzulässig erklärt. Die Nachtruhe der Sportler sollte geschützt werden. Im September 2009 beschloss die spanische Regierung jedoch eine Änderung und erlaubte Kontrollen in der Nacht. Sie wollte damit die Erfolgsaussichten der Madrider Olympia- Kandidatur für die Spiele 2016 verbessern. Den Zuschlag erhielt jedoch Rio de Janeiro.

Das Gericht begründete seine Entscheidung damit, dass bei der Gesetzesänderung die betroffenen Sportler und Verbände nicht angehört worden sind. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) sieht in dem neuerlichen Verbot nächtlicher Kontrollen keine Beeinträchtigung der Erfolgschancen für die Madrider Bewerbung um die Olympischen Spiele

2020. „Der Prozess der Bewertung hat gerade erst begonnen“, sagte ein IOC-Sprecher. „Spanien hat noch genügend Zeit, seine Regelungen wieder zu ändern, falls dies notwendig werden sollte.“