Doping

Protest gegen Verstöße beim Datenschutz

Immer häufiger kritisieren deutsche Top-Sportler das Adams-Meldesystem als massiven Eingriff in die Intimsphäre.

Mehr als 150 deutsche Leistungssportler haben sich bisher über mögliche Verstöße gegen das Datenschutzgesetz bei Doping-Kontrollen beschwert. Darüber informierte Stefan Brink, der Datenschutz-Beauftragte von Rheinland-Pfalz, am Mittwoch die Sportpolitiker im Deutschen Bundestag in Berlin. Sportler hätten bei Datenschutz-Beauftragten des Bundes und der Länder massive Verstöße gegen die Persönlichkeitsrechte bezüglich der Weitergabe von Krankheitsdaten und Aufenthaltsorten („Whereabouts“) beklagt. Zudem seien bei Dopingtests gravierende Eingriffe in die Intimsphäre insbesondere bei Minderjährigen reklamiert worden.

Das von Athleten als „elektronische Fußfessel“ kritisierte Adams-Meldesystem und der „Code der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA und der Nationalen Doping-Agentur NADA verstoßen in wesentlichen Punkten gegen europäisches Datenschutzrecht“, schlussfolgerte der Datenschutz-Experte. Brink forderte die Sportpolitiker zur Schaffung gesetzlicher Grundlagen für die Doping-Kontrollen auf.

Lars Mortsiefer, Vorstandsmitglied der NADA, räumte ein, dass die Möglichkeit, auf Sichtkontrollen bei Sportlern unter 16 Jahren zu verzichten, im nationalen Bereich eingeräumt worden sei. Jedoch genieße die NADA international einen hohen Stellenwert. Daher dürfe bei Achtung aller Datenschutz-Forderungen das Niveau der Kontrollen in Deutschland nicht aufs Spiel gesetzt werden.