"Auszeit"

Warum bei Union Berlin nur noch die Säge half

Am "Tor des Monats" waren mehrere Spieler von Fußball-Zweitligist Union Berlin beteiligt. Und so wurde die Auszeichnung zur Lehrstunde in Sachen Heimarbeit.

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Eine neue Säge musste her, und zwar schnell. Man war je schließlich nicht zu heimischen Laubsägearbeiten zusammengekommen. Es ging um Größeres. Nämlich darum, wer welches Stück vom Kuchen erhält. Also wurde gesägt, mühsam, aber mit Erfolg.

Später hielten Torsten Mattuschka und Patrick Kohlmann ihr – zugegeben – kleines Stück der Medaille, die es für das „Tor des Monats“ gibt, in den Händen. Das größte Stück bekam Silvio, der Brasilianer in Diensten des Fußball-Zweitligaklubs 1. FC Union Berlin, der mit seinem Seitfallzieher gegen Ingolstadt 30 Prozent der Stimmen bei der Zuschauer-Wahl in der ARD-Sportschau für den Monat September auf sich vereinte.

Opfer müssen gebracht werden

Fünf Sekunden – so lange dauerte es damals, bis der lange Diagonalpass von Kohlmann direkt von Mattuschka weitegeleitet und von Silvio artistisch vollendet wurde. Die Nachspielzeit am Sonntagmorgen benötigte eine Viertelstunde. Erst war die Säge zu klein und – mit Verlaub – des Zerteilens dieses Kleinods auch nicht würdig.

Der Hausmeister des Freizeitcenters in Schöneiche, dem Ort der Zeremonie, brachte eine größere. Nun wollte die Schraubzwinge nicht mehr halten, der Tisch hatte schon längst seine Standhaftigkeit verloren und wurde von zwei ausgewachsenen Männern mit Mühe gebändigt. Schließlich musste auch noch ein unschuldiger grüner Aschenbecher dran glauben. Doch die Unioner hatte der Ehrgeiz gepackt, da mussten solche Opfer einfach gebracht werden. Schließlich wurde allen warm ums Herz. Und in der Hand, denn die kleinen Medaillenstücke waren vom Säge-Marathon schlicht heiß gelaufen.

Fazit: Eine flotte Einzelaktion erspart demnächst den Zimmermann.