Gegen Werder Bremen

Augsburg ist heiß auf den zweiten Bundesliga-Sieg

Simon Jentzsch will auch mit einem gebrochenen Finger im Tor des FC Augsburg stehen. Werder hingegen muss mit Rückkehrer Wiese den Anschluss zur Spitze wahren.

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Der FC Augsburg muss im Heimspiel gegen Werder Bremen ein Risiko eingehen. Simon Jentzsch will Freitag (20.30 Uhr) trotz eines gebrochenen Ringfingers unbedingt im Tor stehen – ein Spezialhandschuh macht's möglich. Der 35-Jährige absolvierte im Training am Donnerstag einen Härtetest, stand dabei auch beim abschließenden Übungsspiel im Kasten des A-Teams.

Die letzte Entscheidung aber trifft Trainer Jos Luhukay. Sollte ihm das Wagnis mit Jentzsch am Ende doch zu groß sein, müsste der Holländer den Bundesliga-Debütanten Mohamed Amsif ins kalte Wasser werfen. „Falls es so kommen sollte, dass Mo ins Tor muss, hat er das Vertrauen“, sagte Luhukay vorsorglich: „Er ist ein guter Torhüter, dem bei uns die Zukunft gehört.“

Bremens Tim Wiese hat seine Sperre abgesessen

Beim Favoriten aus Bremen wird es auf jeden Fall einen Wechsel im Tor geben: Nationalspieler Tim Wiese hat seine Sperre von drei Spielen abgebrummt und soll den Tabellenfünften nach zuletzt zwei Niederlagen wieder auf Erfolgskurs führen. „Wir sind eine Mannschaft, die in der Liga oben mitspielen kann. Das müssen wir in Augsburg aber auch beweisen“, sagte der 29 Jahre alte Wiese.

Ganz so einfach dürfte das nicht werden. Nach dem erlösenden ersten Bundesligasieg am vergangenen Spieltag in Mainz (1:0) ist der Aufsteiger heiß darauf, nun auch im eigenen Stadion den ersten Erfolg zu landen. FCA-Sportdirektor Andreas Rettig setzt auch auf den wichtigen Publikumsfaktor: „Mit zwölf gegen elf Mann haben wir gute Karten. Die Kulisse kann entscheidend sein.“ Und Luhukay sagt: „Mit einer Niederlage beschäftigen wir uns nicht“,

Jentzsch will mit einem Spezialhandschuh spielen

Weiteren Rückhalt soll dem Team Leistungsträger Jentzsch geben. Ein Spezialhandschuh, in dem sich der gebrochene Ringfinger sowie der Mittelfinger der rechten Hand zusammenfassen lassen, soll seinen Einsatz ermöglichen. Beim Abschlusstraining probte die Nummer 1 den Ernstfall – das letzte Wort aber hat Trainer Luhukay.

Ansonsten würde Ersatzmann Amsif in den Blickpunkt rücken. Der in Düsseldorf geborene Sohn marokkanischer Eltern hat bislang noch kein Bundesligaspiel bestritten. Der 22-Jährige entstammt der Jugend des FC Schalke 04, war bis zu seinem Wechsel nach Augsburg im vergangenen Jahr Azubi hinter Nationaltorhüter Manuel Neuer. „Ich traue es ihm absolut zu“, sagte Jentzsch über Amsif.

Für Werder-Trainer Thomas Schaaf zählt, dass er wieder auf Wiese zurückgreifen kann, auch wenn Stellvertreter Sebastian Mielitz den Nationalkeeper beim Sieg gegen Hertha sowie den Niederlagen gegen Hannover und Dortmund ordentlich vertrat. Gerade jetzt scheint Wieses Präsenz und Erfahrung auf dem Platz für die Bremer sehr wichtig zu sein. „Wir haben nach zwei Niederlagen alle das Gefühl, dass wir jetzt an einem ganz wichtigen Punkt in dieser Saison angekommen sind mit den jetzt folgenden Auswärtsspielen in Augsburg und Mainz“, sagte Werder-Chef Klaus Allofs.

Der Brasilianer Naldo, der gegen den BVB erstmals seit 17 Monaten wieder in der Startelf stand, gibt sich kämpferisch: „Unser Ziel sind drei Punkte in Augsburg und Platz zwei.“

Die voraussichtlichen Aufstellungen:

FC Augsburg: Jentzsch – Reinhardt, Möhrle, Langkamp, Hosogai - Callsen-Bracker, Davids – Gogia, Baier, Bellinghausen – Mölders

Werder Bremen: Wiese – Sokratis, Wolf, Naldo, Schmitz – Bargfrede