"Auszeit"

Werdet bitte Feinde, Lindsey und Maria!

Das Freundschafts-Aus von Maria Riesch-Höfl und Lindsey Vonn kann dem Ski-Sport nur guttun. Denn zu viel Harmonie ist einfach dröge.

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Es liegt in der Natur des Menschen, dass Leute, die zusammen denselben Sport treiben, nicht wie Pech und Schwefel zusammenhalten können. Spätestens im Wettkampf strebt alles auf den Sieg zu, der Zweite vergeht vor Neid und ringt mit dieser Todsünde, die begehren lässt, was einem nicht gehört, dass für Freundschaft kein Platz mehr ist.

Sicher, es gab mal den liebenswerten Sven „Hanni“ Hannawald und den braven Dieter Thoma, die einander den Vortritt ließen, egal ob nun oben auf der Skiflugschanze, unten nach der Landung oder beim gemeinsamen Basteln von Modellflugzeugen im Hobbykeller. Ausnahmen sind auch Roger Federer und Rafael Nadal, die – angeblich Tennisrivalen – auch nach einem French-Open-Finale über vier Stunden noch nicht voneinander genug hatten. Sie trafen sich auf einen Absacker an der Hotelbar.

Schluss mit demonstrativer Schwesterlichkeit

Es war vor den vergangenen Olympischen Spielen, da flötete Maria Riesch über ihre Kollegin Lindsey Vonn: „Wir sind wie Schwestern.“ Zwischen beide passte kein Ski mehr.

Aber in dieser Saison, die an diesem Wochenende in Sölden beginnt, wird es allem Anschein nach nichts mit dem gemeinsamen Heiligen Abend im Hause Riesch.

Allzu oft fühlte sie sich von der Amerikanerin auf der Piste ausgetrickst, abseits links liegen gelassen. Riesch, jetzt mit dem Beinamen Höfl unterwegs, hat von soviel Hartherzigkeit genug: „Lindsey ist für mich eine Konkurrentin wie die anderen.“ Aber sie hofft, dass die Frauenfreundschaft nur auf Eis gelegt ist.

Vonn wird es nicht frösteln, die Entertainerin aus den USA hat erkannt, dass zuviel Harmonie dröge ist. Ein bisschen Rivalität muss sein: Maria, lass uns Feinde sein!