Kolumne "Auszeit"

Die kreativsten Ausreden der Doping-Verdächtigen

Stimulanzien im Energydrink? Lächerlich! Warum es Dopingsünder Rodgers nicht mal in die Top Five mit den absurdesten Ausreden schafft.

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Und nun also war es ein Energydrink. Irgendein Gesöff, das aus Mike Rodgers, dem viertschnellsten 100-Meter-Läufer des Sommers, den nächsten Dopingfall gemacht hat. Positiv getestet auf Stimulanzien, nur weil er irgendwo in Italien feiern wollte und ihm irgendein Fusel als Red Bull verkauft wurde. Sagt Rodgers. Dumm nur, dass ihm kaum einer glaubt, zu bizarr waren in der Vergangenheit all die Ausreden der überführten Sünder.

Mit seiner Energydrink-These schafft es Rodgers nicht mal in die Top Five mit den absurdesten Theorien. Da gibt es ganz andere Kandidaten . Mountainbikerin Ivonne Kraft etwa. Der Asthma-Inhalator ihrer Mama sei in ihrem Beisein explodiert.

Da habe sie vor Schreck „Huch“ gesagt und wohl versehentlich etwas inhaliert. Auch schön: die Bonbonpapiererklärung von Gilberto Simoni, Italiens Radsportass. Dass ihm Kokain nachgewiesen wurde, habe am Lutschen von Drops aus Peru gelegen, die wohl in Kokablätter eingewickelt waren.

Oder aber Linford Christie, der muskelbepackte 100-Meter-Olympiasieger. Zu seinem Nandrolon-Befund sagte er: „Ich habe doch nur Avocados gegessen.“ Und bei Zeitfahr-Olympiasieger Tyler Hamilton haben wir es übrigens mit einer Chimäre zu tun, einem Mischwesen.

Hamilton hatte sich keineswegs fremdes Blut injizieren lassen. Nein, nein, sagte er. Die fremden Blutzellen in seinem Körper würden von den Stammzellen seines noch vor der Geburt gestorbenen Zwillingsbruders produziert.

So abstrus das auch alles klingen mag, Rodgers darf dennoch auf die Gutgläubigkeit der Verbandswächter hoffen. Einer wie Simoni ist in Italien gar freigesprochen worden. Und auch Kraft kam mit einer simplen Verwarnung davon.