Kolumne "Abschlag"

Wenn Golfer und Tennisspielerinnen sich verlieben

Die Golfszene hat ein neues Traumpaar: US-Open-Sieger Rory McIlroy und die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki. Beide haben prominente Vorgänger.

Tennisspieler hatten schon immer eine besondere Affinität zum Golfsport. In Deutschland ist der seit gut 20 Jahren anhaltende Golfboom dem Übertritt tausender tennisbegeisterter Menschen hin zum Spiel mit dem noch kleineren Ball geschuldet, und die Begeisterung der Hobbytennisspieler für den neuen „In-Sport“ hat selbstverständlich vor den Profis nicht halt gemacht. Ehemalige Stars wie Boris Becker, Michael Stich, Charly Steeb oder Bernd Karbacher sind bis heute gute, aber vor allem begeisterte Golfer.

Manchmal treibt diese Begeisterung jedoch seltsame Blüten. Der ehemalige Weltranglistenerste im Tennis, Ivan Lendl , ist Mitte der 90er-Jahre mit Handicap 0 Golfprofi geworden. Dank einer Einladung spielte er 1996 sogar auf der Europa-Tour bei den Czech Open in seiner alten Heimat mit. Mangels Erfolgen konzentrierte sich Lendl schließlich doch mehr auf den Aufbau seiner Golfakademie in Florida, in der er u.a. seine Töchter und die seines früheren Tenniskollegen Petr Korda trainiert.

Vor wenigen Wochen erreichte uns die nächste kuriose Meldung. Russlands ehemaliger Davis-Cup-Gewinner Jewgeni Kafelnikow ist Golfprofi geworden und will sich für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro qualifizieren. Er trat schon zweimal auf der drittklassigen EPD-Tour an, verpasste aber beide Male den Cut. Kein Problem für den Gewinner von zwei Grand-Slam-Turnieren: „Golf ist ein schwerer Sport, aber ich habe viel Zeit und bis Rio sind es ja noch fünf Jahre.“

Schöne Geschichten in der Beziehung zwischen Tennis- und Golfspielern der Weltklasse gibt es natürlich auch im zwischenmenschlichen Bereich. Den öffentlichkeitswirksamen Anfang machte 2002 Sergio Garcia mit der früheren Nummer eins im Tennis, Martina Hingis. Der extrovertierte Spanier lernte die nicht minder ungern im Rampenlicht stehende Schweizerin während der Australian Open kennen, und sie pflegten knapp ein Jahr eine glamouröse Beziehung.

Noch besser konnten sich allerdings Greg Norman und Chris Evert in Szene setzen. Der australische Golfstar und die amerikanische Tennislegende heirateten sogar im Juni mit 450 Gästen auf den Bahamas. Allerdings wurde die Ehe nur 15 Monate später geschieden.

Nun haben Golf- und Tenniswelt ein neues Traumpaar: US-Open-Sieger Rory McIlroy und die Weltranglistenerste Caroline Wozniacki aus Dänemark. Was in den Medien noch vorsichtig behandelt wird, ist in McIlroys nordirischer Heimat natürlich das Thema. Kennengelernt haben sich die beiden Anfang Juli bei Wladimir Klitschkos Boxkampf gegen David Haye in Hamburg. Es scheint sofort gefunkt zu haben, denn sie twittern seither und trafen sich während der Wimbledon-Wochen mehrmals in London. Zurzeit unterstützt der verletzte McIlroy Wozniacki bei ihrem Turnier in Cincinnati. In den USA wird er dieses Jahr zwar nicht mehr spielen, aber zu den US Open Ende August wird er New York wieder an Carolines Seite sein.