"Auszeit"

Holt Lothar endlich zurück in die Bundesliga!

Dass ihn die Bundesliga verschmäht, störe ihn nicht mehr. Sagt Rekordfußballer Lothar Matthäus. Dabei würde er gerade bei den grauen Mäusen der Liga für Glanz in der Hütte sorgen.

Foto: picture alliance / Sven Simon / picture alliance / Sven Simon/picture alliance

Noch immer klingt die Vita wie eine Offenbarung: 464 Spiele hat Lothar Matthäus in der Bundesliga bestritten und dabei sieben Meistertitel sowie zwei Pokalsiege eingeheimst. Doch weil er eben auch abseits des Feldes recht rege war und ist, hat er es nie so richtig zur Ikone der Branche gebracht. Für einen wie ihn, der selbst mit 39 Jahren noch dem unausweichlichen Karriereende beharrlich trotzte („Ein Lothar Matthäus lässt sich nicht von seinem Körper besiegen, ein Lothar Matthäus entscheidet selbst über sein Schicksal”), ist das noch immer eine schmerzliche Erkenntnis.

Denn eigentlich möchte Lothar M. ja ein Kind der Bundesliga sein – auch mit 50 Jahren noch. Das Problem ist nur: Als Trainer will ihn kein Klub verpflichten. Nach Stationen bei Rapid Wien, Partizan Belgrad, Ungarns Nationalteam, Atlético Paranaense, Red Bull Salzburg und Maccabi Netanya ist er inzwischen als Auswahlcoach in Bulgarien gelandet – und, Achtung, sehr glücklich. Dass er in Deutschlands Eliteklasse nicht gewollt sei, mache ihn nicht mehr verrückt, verriet der Rekord-Internationale dem Magazin „11 Freunde“. „Mein Name wurde in den vergangenen zehn Jahren dazu benutzt, um Schlagzeilen zu machen.“

Ein Missverständnis offenbar. Denn meist hat Matthäus ja selbst mit jeder noch so kurzen und umfangreich ausgeschlachteten Liaison für Schlagzeilen gesorgt. Für die vom großen Glanz befreiten Klubs wie Augsburg, Hoffenheim oder auch Hamburg wäre er vielleicht gerade deshalb eine hilfreiche Lösung. Getreu dem Motto: Wenn schon die Spieler nicht für Furore sorgen, haut wenigstens der Trainer auf die Pauke. Und ehrlich – wer mag angesichts der Bonmots von Matthäus („Der Rücken ist die Achillesferse des Körpers“/„Es ist wichtig, dass man neunzig Minuten mit voller Konzentration an das nächste Spiel denkt“) auf ihn verzichten? Lothar sollte sich das mit der Liga noch mal überlegen.