Schwimm-WM

Biedermann zum Abschluss mit Bronze in der Staffel

Einen halbwegs versöhnlichen WM-Abschluss gab es für den DSV. Die Lagenstaffel mit Paul Biedermann schwamm hinter den USA und Australien zu Bronze.

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Paul Biedermann hat die deutsche Lagenstaffel in Shanghai mit einem fulminanten Turbo auf Platz drei geführt und für einen versöhnlichen Abschluss einer turbulenten WM gesorgt. Für Biedermann war es die dritte Bronzemedaille – zur Belohnung gab es ein "Shake Hands" von Rekord-Olympiasieger Michael Phelps.

Mit insgesamt fünfmal Bronze blieb der Deutsche Schwimm-Verband (DSV) ein Jahr vor Olympia in London aber unter der eigenen Zielvorgabe. Zudem hat ausgerechnet Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen, die am Sonntag ihre Flucht aus Shanghai verteidigte, den Verband in raue See gestürzt.

Davon ließen sich Biedermann, Helge Meeuw, Hendrik Feldwehr und Benjamin Starke aber nicht beeinflussen. "Ich liebe diese Duelle. Das war ein tröstlicher Abschluss", sagte Biedermann, der die japanische Staffel noch von Rang drei verdrängte.

Ein Extra-Kompliment gab es von Starke: "Zum Glück hat unsere Rakete am Ende noch gezündet." In 3:32,60 Minuten musste das DSV-Quartett nur den USA mit Phelps (3:32,06) und Australien (3:32,26) den Vortritt lassen.

Die Bilanz konnte die Staffel aber nur noch etwas aufhellen. Bis auf Biedermann und Aufsteiger "Streusel" Christian vom Lehn über 200 Meter Brust waren die deutschen Schwimmer weitgehend in der Versenkung verschwunden. Auch am letzten Wochenende wurde es nicht viel besser.

Meeuw über 100 Meter Rücken, Christian Kubusch ("Ich entschuldige mich bei Deutschland") über 1500 Meter Freistil, Dorothea Brandt bei einer Hundertstelentscheidung über 50 Meter Freistil und Yannick Lebherz über 400 Meter Lagen verpassten jeweils ihre Endläufe.

Das Fazit des DSV fiel entsprechend unerfreulich aus. Bundestrainer Dirk Lange forderte mit Blick auf London "Siegertypen". Auch Leistungssportdirektor Lutz Buschkow war nicht zufrieden. "Wir haben nicht einmal die Hälfte der Medaillen von Rom. So haben wir uns das nicht vorgestellt", erklärte Buschkow, der vor der WM je zweimal Gold, Silber und Bronze als Ziel vorgegeben hatte: "Wir haben noch ein paar deutliche Reserven im mentalen Bereich."

Das trifft wohl auch auf Britta Steffen zu, die ihre vorzeitige Abreise im Interview der "Bild am Sonntag" verteidigte. Sie habe in ihrem "enttäuschten Zustand niemanden zur Last fallen und runterziehen" wollen", erklärte die 27 Jahre alte Berlinerin, die trotz des WM-Debakels an ihren Olympiaplänen festhält:

"Ich sehe keinen Grund, vorzeitig liegen zu bleiben. Ich brenne noch für diesen Sport und die damit verbundenen Ziele." Auch ohne Steffen hatte die Lagenstaffel am Samstag durch den Finaleinzug das Olympiaticket gelöst, war im Endlauf dann volles Risiko gegangen und nach einem Wechselfehler disqualifiziert worden.

Die Nachfolge von Steffen über 50 Meter Freistil trat die 33 Jahre schwedische Altmeisterin Therese Alshammar an (24,14). Erfolgreichster WM-Starter war US-Superstar Ryan Lochte, der über 400 Meter Lagen (4:07,13) seinen fünften WM-Titel holte.

Alle Dopingtests negativ

Phelps, der gegen Lochte zwei empfindliche Niederlagen hinnehmen musste, konnte sich zum Schluss über den Staffelsieg und sein insgesamt 26. WM-Gold freuen. Den zweiten Weltrekord nach dem Verbot der High-Tech-Anzüge stellte der Chinese Sun Yang auf. Yang blieb in 14:34,14 Minuten 42 Hundertstel unter der zehn Jahre alten Bestmarke des Australiers Grant Hackett.

Nach Angaben des Weltverbandes FinaA verliefen alle Dopingtests negativ. Mehr als 300 Urin- und 40 Bluttests seien vorgenommen worden. Erstmals seit sechs Jahren hatte es bei einer WM wieder Blutkontrollen gegeben.