Schwimmen

25. WM-Titel für Phelps – DSV-Athleten enttäuschen

Am vorletzten Tag gab es kein Edelmetall für die enttäuschenden deutschen Schwimmer in Shanghai. US-Superstar Michael Phelps feierte hingegen ein Jubiläum.

Foto: Getty Images/Getty

Als US-Superstar Michael Phelps in Shanghai die 25 voll machte, gingen die deutschen Schwimmer reihenweise baden. Die Sprinter Dorothea Brandt und Helge Meeuw verpassten ihre Finals, Langstreckler Christian Kubusch verabschiedete sich mit „absolutem Bullshit“, “, die Wasserballer landeten urlaubsreif auf Platz acht, und am Ende eines enttäuschenden WM-Tages leistete sich die Lagenstaffel abgereiste Doppel-Olympiasiegerin Britta Steffen auch noch einen Wechselfehler.

„Es ist ärgerlich, dass wir disqualifiziert wurden und am Ende keine Platzierung da steht“, sagte Sina Sutter, die als Dritte eigentlich schon außer Konkurrenz schwamm. Denn Brustschwimmerin Sarah Poewe war um elf Hundertstelsekunden zu früh vom Block gesprungen, Jenny Mensing hatte noch nicht angeschlagen.

„Mit der Zeit können wir sehr zufrieden sein“, meinte Schlussschwimmerin Daniela Schreiber über die 4:00,78 Minuten, die zunächst angezeigt worden waren. „Damit haben wir uns noch mal gegenüber dem Vorlauf verbessert“, sagte die Hallenserin und nahm die Disqualifikation gelassen auf: „Wir hatten das Go für mutige Wechsel. Es ging darum, noch ein, zwei Plätze gutzumachen.“

Am Ende schlug Schreiber als Siebte deutlich hinter dem neuen Weltmeister USA, dem entthronten Titelverteidiger China und dem Dritten Australien an. Doch das Ergebnis für die Staffel des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV), die vor zwei Jahren mit Steffen noch WM-Bronze gewonnen hatte, wurde wenig später annulliert.

Rekord-Olympiasieger Phelps nahm indes WM-Gold Nummer 25 in Empfang, nachdem er über 100 m Schmetterling zum dritten Mal in Shanghai als Sieger aus dem Becken geklettert war.

„Ich wollte eigentlich ein bisschen schneller sein. Es war eine harte Woche“, sagte der 26-Jährige, der nach 50,71 Sekunden vor dem Polen Konrad Czerniak und seinem US-Landsmann Tyler McGill angeschlagen hatte. Schon über die doppelte Distanz und mit der 4x200-m-Freistilstaffel hatte er Gold gewonnen.

Brandt fehlte über 50 m Freistil nur eine Hundertstelsekunde zum Finaleinzug. „Ich habe mich blamiert“, sagte die Berlinerin, die in 25,06 Sekunden auf dem neunten Platz landete, „ich würde gerne fluchen und muss ein paar Tränen wegdrücken.“

Am Morgen war die 27-Jährige nach Platz vier nach den Vorläufen noch bester Laune gewesen. „Die Woche war total entspannt“, berichtete sie nach ihrem ersten WM-Einsatz: „Ich konnte zum Friseur gehen und mir die Fingernägel lackieren - also den ganzen Tussikram machen.“

Rückenschwimmer Meeuw verpasste über 50 m Rücken in 25,20 Sekunden als Zehnter das Finale. „Leider habe ich den Anschlag versaut“, sagte der Magdeburger, der sich nach einjähriger Uni- und Babypause zurückgemeldet hatte, „heute morgen bin ich Bestzeit geschwommen, leider geht das nicht immer.“

Frustriert war der deutsche Meister Kubusch. „Das war absoluter Bullshit“, sagte der Magdeburger, der über 1500 m in indiskutablen 15:27,68 Minuten nur auf Platz 21 geschwommen war. „Es ist peinlich, so was kann ich eigentlich nicht bringen.“ Der 23-Jährige blieb 18 Sekunden über seiner Bestzeit von der DM Anfang Juni.

Mit den Kräften am Ende waren die Wasserballer. „Wir sind vollkommen fertig“, sagte Kapitän Marc Politze nach dem 5:8 im abschließenden Platzierungsspiel gegen Montenegro. „Das Minimalziel haben wir erreicht. Aber für die Olympia-Qualifikation stehen wir nun vor einem steinigen Weg“, prophezeite Bundestrainer Hagen Stamm.

Zweites Gold für Cielo

Die Wasserballer aus Italien haben die Goldmedaille gewonnen und Titelverteidiger Serbien entthront. Der dreifache Olympiasieger gewann das Endspiel nach Verlängerung etwas überraschend mit 8:7 (1:0, 0:2, 4:1, 1:3, 2:1).

Seinen zweiten WM-Sieg in Shanghai genoss der umstrittene Olympiasieger Cesar Cielo besonders. Am Tag zuvor hatte der internationale Sportgerichtshof Cas seinen Freispruch damit begründet, dass tatsächlich Koffeinkapseln mit dem Diuretikum Furosemid verunreinigt waren.

Das Verschleierungsmittel war bei dem Brasilianer festgestellt worden. „Ich bin sehr glücklich, die WM war gut für mich“, sagte Cielo nach seinem Triumph über 50 m Freistil: „Ich glaube, es war eine sehr gute Woche, die werde ich nie vergessen.“