VfL Wolfsburg

Magath verpflichtet Ex-Nationalspieler Hitzlsperger

Mittelfeldspieler Thomas Hitzlsperger, der zuletzt für West Ham United spielte, wechselt zum VfL Wolfsburg. Der Abschied von Diego lässt weiter auf sich warten.

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Neue Chance für Thomas Hitzlsperger: Der frühere Nationalspieler verstärkt ab sofort den VfL Wolfsburg in der Fußball-Bundesliga. Die Wolfsburger einigten sich mit dem 29 Jahre alten Mittelfeldspieler auf einen Dreijahresvertrag bis 2014.

VfL-Trainer Felix Magath will den Routinier bereits in den Kader für das Freitag-Spiel bei Borussia Mönchengladbach berufen. „Thomas ist ein Spieler, der uns mit seiner professionellen Einstellung und seiner internationalen Erfahrung weiterhelfen wird“, teilte Magath am Mittwochabend mit.

Hitzlsperger, der für den VfB Stuttgart 125 Bundesliga-Spiele absolviert hat und mit den Schwaben 2007 deutscher Meister war, freute sich über das Comeback in der höchsten deutschen Spielklasse. „Ich bin überglücklich, dass der Wechsel zustande gekommen ist. Der Club hat große Ambitionen und einen Trainer, der diese vorlebt“, kommentierte der Routinier seinen zweiten Wechsel von England nach Deutschland.

Vorige Saison war der 52-malige Nationalspieler mit West Ham United aus der Premier League abgestiegen. Er war danach vertragslos und wurde mit seinem ersten englischen Club Aston Villa in Verbindung gebracht, wo der schussstarke Mittelfeldspieler und gefährliche Freistoßschütze den Spitznamen „The Hammer“ erworben hatte.

„Das haben wir lange beim VfL vermisst und somit gesucht. Außerdem hatten wir mit Marcel Schäfer bis heute nur einen Linksfuß im Team“, erläuterte Magath die Vorzüge des neuen VfL-Spielers.

Bei Tottenham trainiert

Bundestrainer Joachim Löw hatte den in der Nationalmannschaft beliebten Mittelfeldspieler nicht für die WM 2010 in Südafrika nominiert. Sein bisher letztes Länderspiel absolvierte Hitzlsperger fast genau vor einem Jahr am 11. August 2010 in Kopenhagen. Beim 2:2 in Dänemark trug er auch die Kapitänsbinde.

Ähnlich wie im Nationalteam erwartet den Routinier beim VfL Wolfsburg ein harter Konkurrenzkampf im defensiven Mittelfeld. Magath hatte zuletzt den Stuttgarter Christian Träsch für diese Position verpflichtet.

„Nach der Saison habe ich keine lange Pause gemacht, sondern mich bei Tottenham Hotspur fit gehalten. Dort habe ich gut gearbeitet. Ich weiß, dass Felix Magath in diesem Bereich viel verlangt. Dieser Arbeit stelle ich mich, denn nur über diesen Weg werden wir Erfolg haben“, kündigte der neue Wolfsburger Profi an.

Diego weiter beim VfL

Derweil lässt der Abschied von Diego weiter auf sich warten. Ein angebliches Angebot von Atlético Madrid für den brasilianischen Star stößt beim Bundesligisten auf wenig Gegenliebe. Von einer ernstzunehmenden Offerte der Spanier, die nach Medienberichten gut vier Millionen Euro Ablöse für ein Leihgeschäft geboten haben sollen, will VfL-Trainer und -Manager Felix Magath nichts wissen. „Er hat kein Angebot von Atlético“, sagte Magath am Mittwoch.

Wolfsburg will den ausgebooteten Großverdiener unbedingt verkaufen. „Ein Leihgeschäft kommt nicht infrage“, bekräftigte Magath.

Der Brasilianer, der vor Jahresfrist für rund 15 Millionen Euro von Juventus Turin gekommen war, spielt bei den Niedersachsen keine Rolle mehr, seitdem er sich vor dem letzten Spiel der vergangenen Saison in Hoffenheim von der Mannschaft entfernt hatte. Bis heute hat sich Diego bei Magath dafür nicht entschuldigt.

Ebenfalls nicht zum Einsatz kommt bis auf weiteres der Südkoreaner Koo Ja-Cheol. Der 22-Jährige erlitt im Training einen Außenbandriss im linken Sprunggelenk und fällt bis auf weiteres aus. Für das Spiel am Freitag bei Borussia Mönchengladbach ist auch der Einsatz von Neuzugang Patrick Ochs fraglich.

Der ehemalige Frankfurter, der am Samstag beim 0:1 gegen Bayern München angeschlagen ausgewechselt worden war, klagt nun erneut über muskuläre Probleme, nachdem er wieder voll ins Training eingestiegen war. „Das war vielleicht zu früh“, sagte Magath.

Bis zum Ende der Transferperiode am 31. August dürfte der VfL noch weitere Spieler verpflichten. Hartnäckige Gerüchte über einen Abgang des angeblich vom AS Rom umworbenen Abwehrspielers Simon Kjaer wies Magath dagegen zurück.

„Es ist eher so, dass wir daran denken, noch einen Innenverteidiger zu holen. Ein Spieler mit Erfahrung würde uns noch gut tun“, sagte der Trainer und betonte erneut, nicht zu wissen, „wie es mit Arne Friedrich weitergeht“.

Der seit dem 20. Juni aufgrund von Bandscheibenproblemen krankgeschriebene Nationalspieler hatte unlängst zumindest mitgeteilt, „in Kürze“ wieder in Wolfsburg trainieren zu wollen.

Auch die Verpflichtung des schwedischen Angreifers Rasmus Jönsson von Helsingborgs IF steht laut Wolfsburger Medien unmittelbar bevor. „Das ist ein interessanter Spieler“, sagte Magath erstmals auf Nachfragen.