DFB-Pokal-Spiel

BFC-Krawalle - Polizei sucht Hooligans mit Bildern

Nach den schweren Krawallen im Anschluss an das DFB-Pokal-Spiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem Berliner Oberligisten BFC Dynamo sucht die Polizei die Hooligans jetzt mit Bildern. Der Fünftligist darf aber weiter im Pokal spielen.

Nach den heftigen Hooligan-Ausschreitungen im DFB-Pokalspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und dem BFC Dynamo in Prenzlauer Berg bittet die Polizei Berlin mit der Veröffentlichung von Lichtbildern die Bevölkerung um Mithilfe und erhofft sich Hinweise zu insgesamt zwölf Randalierer.

In Anwesenheit mehrerer Hundertschaften der Polizei war es während der Partie bis auf einige Böllerschläge, die zu einer zweiminütigen Spielunterbrechung führten, bei dem „Hochrisiko-Spiel“ ruhig geblieben. Nach der Partie durchbrachen Hooligans dann aber eine Polizei-Absperrung und griffen FCK-Fans an. Auch Gegenstände waren in den Lauterer Block geworfen worden. Spieler und Trainer zeigten sich entsetzt über die Vorkommnisse.

Es kam ferner gegen 17.15 Uhr nach dem Spielende des DFB-Pokalspiels im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark an der Cantianstraße zu gewalttätigen Übergriffen der Heimfans, bei denen 18 Polizeibeamte und zahlreiche Gästefans verletzt wurden. Zwei der Polizisten mussten im Krankenhaus ambulant behandelt werden.

Die Ermittler des Landeskriminalamtes fragen nun:

Wer kennt die abgebildeten Personen?

Wer kann Angaben zu deren Identität und/oder Aufenthaltsort machen?

Hinweise nimmt das zuständige Fachkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA 712) im Columbiadamm 4 in Tempelhof unter der Telefonnummer (030) 4664 - 97 72 10 oder eine andere Polizeidienststelle entgegen.

Die Bilder der gesuchten Person können Sie auch im Internet unter dem Link http://www.berlin.de/polizei/presse-fahndung/archiv/356483/index.html einsehen.

BFC Dynamo muss zwei Partien ohne Zuschauer spielen

Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den BFC Dynamo dazu verurteilt, die nächsten beiden Heimspiele der Oberliga Nordost unter Ausschluss der Öffentlichkeit auszutragen. Darüber hinaus wird der Fünftligist mit einer Geldstrafe in Höhe von 12.000 Euro belegt, wie der DFB am Montag mitteilte. Grund für die Bestrafung durch den DFB-Kontrollausschuss seien der „nicht ausreichende Ordnungsdienst“ im Spiel gegen den FCK sowie „fortgesetztes unsportliches Verhalten“.

Der Verein hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist damit rechtskräftig.

„Es gab zwei Möglichkeiten, man hat sich für die schlechtere entschieden“, kommentierte Berlins Verbandpräsident Bernd Schultz das milde Urteil.

Da der BFC bereits in der Vergangenheit mit Fan-Krawallen für Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatte, drohte dem ehemaligen DDR-Serienmeister der Ausschluss aus dem DFB-Pokal und dem Berliner Landespokal. „Das werden wir zwar noch genau prüfen, aber wahrscheinlich stellt sich die Frage für uns nicht mehr“, sagte Schultz. Das Urteil sei „nicht glücklich“. „Jetzt werden zwei Wettbewerbe vermischt, die nichts miteinander zu tun haben“, bemerkte Berlins Fußballchef.

Unglücklicher Nebeneffekt der Strafe: Da Regional- und Landesverband an den Zuschauereinnahmen partizipieren, geht nicht nur dem BFC Dynamo durch die Geisterspiele Geld verloren. Gegen Optik Rathenow (10. September) und Germania Schöneiche (24. September) sind die Fans ausgesperrt. Zu den bisherigen Heimspielen des BFC in der neuen Saison kamen allerdings nur 604 und 741 Zuschauer.