"Auszeit"

Fußball und Urlaub – keine gesunde Kombination

Der Streik in der italienischen Fußballliga ruft bei einigen Tifosi Gesundheitsschäden hervor. Vielleicht sollte auch die Champions League bestreikt werden.

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Wenn es in „Bella Italia“ einen klassischen Ferienmonat gibt, dann den August. Die Städte sind wie leergefegt, wer irgendwie kann, frönt dem süßen Leben an den Stränden des Landes, selbst in den Zeiten des nationalen wirtschaftlichen Kollapses.

Frei nach dem Motto: „Wer morgens schon schlechte Laune hat, behält sie den ganzen Tag.“ Und insofern verwundert es auch nicht, dass selbst der abgeblasene Auftakt der nationalen Fußballmeisterschaft am Wochenende zwar mit einigem Lamentieren aber auch mit viel Achselzucken hingenommen wurde.

Der Calcio mag mal das Heiligste im Lande gewesen sein, aber jener Enthusiasmus hat sich nach den jüngeren Eskapaden ein wenig abgeschwächt. Und so schrieben nicht wenige Tifosi in diversen Foren: „Ich wollte am Wochenende schon im Stadion sein, aber jetzt bleibe ich eben länger am Meer.“

Das mag mitunter auch der nettere Zeitvertreib sein, die gesündere Variante ist es auf jeden Fall. Ein Inter-Mailand-Anhänger aus Brescia berichtete in der örtlichen Zeitung von seiner Geschichte. Er urlaubte in Apulien, dem malerischen Stiefelabsatz. So ganz ohne Fußball wollte er dann aber doch nicht sein.

Und weil die Vereine ihre Mannschaften nun statt zum Saisonauftakt zu Freundschaftsspielen antreten ließen, informierte sich der Herr via Internet über die Partie zwischen Inter Mailand und Chievo Verona. 2:3 ging sie für die Mailänder verloren.

Nach der Niederlage klagte er über starke Kreislaufbeschwerden und Atemnot. Seine Frau rief den Arzt. Und was sagte der gute Herr? „Wenn es nicht mal für Chievo reicht, sollten die überlegen, ob sie nicht auch die Champions League bestreiken. Mir ist jedenfalls schlecht.“