Zweite Liga

Union setzt gegen München auf Verteidigung

Kein Punkt, kein Tor: Bei 1860 hat Union seit dem Wiederaufstieg 2009 nichts gerissen. Nun fahren die Köpenicker mit den meisten Gegentoren der Liga gen München – dort wartet der besten Sturm. Deshalb hat die Defensive Vorrang.

Foto: Christian Kielmann

Viel zu holen gab es für den 1. FC Union bei 1860 München seit dem nicht. Kein Punkt, kein Tor, „schlimmer geht es nicht“, kommentierte Trainer Uwe Neuhaus. Der Optimismus, die Bilanz am Sonntag ab 13.30 Uhr (live bei Sky und im Ticker von Morgenpost Online ) in München zu schönen, ist ungebrochen. Allein der Glaube daran wird durch harte Fakten erschüttert. Vor diesem sechsten Spieltag der Zweite Liga durften sich die Münchner Löwen des besten Angriffs rühmen, Union hingegen – irgendwie passend – zierte in Sachen Gegentreffer das Tabellenende.

Wie der Coup in Bayern gelingen kann, verdeutlicht der Trainer. „Wir müssen sicher gehen, dass wir in erster Linie defensiv sicher stehen“, sagte Neuhaus. Dafür würde er den glücklichen Umstand, das wegen Verletzungen nicht umstellen zu müssen, sogar geflissentlich ignorieren: „Vielleicht werde ich einen zweiten Sechser einbauen.“ Mit Markus Karl und Christoph Menz vor der Abwehr gegen das torhungrige Löwen-Quartett: Benjamin Lauth, Daniel Halfar (je drei Tore), Kevin Volland und Stefan Aigner (je zwei) erzielten allein zehn der 13 Münchner Treffer. Halfar und Aigner sind zwar durch eine Grippe geschwächt, doch auch ohne die Flügelzange „führt 1860 qualitativ gute Konter“, weiß Neuhaus.

Die Köpenicker haben als Marschroute folgendes festgelegt: den Auftritt vom 2:1 gegen den VfL Bochum einfach wiederholen. „Sonst wird es wieder nichts werden“, glaubt Kapitän Torsten Mattuschka: „Wichtig ist, dass wir alle gegen den Ball arbeiten, dann haben wir auch in München eine Chance.“ Die Räume eng machen, das Spiel der Münchner nicht zur Entfaltung kommen lassen, kompakt stehen. Und in entscheidenden Momenten Nadelstiche nach vorn setzen, so könnte Union Zählbares aus der bayrischen Landeshauptstadt mitbringen. „Vielleicht unterschätzen sie uns auch ein wenig“, hofft Mattuschka. Und fordert: „Wir müssen endlich mal eine kleine Serie starten.“

So will Union spielen: Glinker – Pfertzel, Stuff, Madouni, Kohlmann – Karl – Quiring, Mattuschka, Silvio, Parensen – Terodde.